Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Ispen. Cap. CCCXXVI.

 

Abbildung Garten Ispen
Garten Ispen ( CCCCLXXXIII )
Abbildung: Seite 833

Deutsch: Ysop
English: Hyssop
Francais: hysope
Latein: Hyssopus officinalis

Namen.

I
Spen oder Hyssop würt von ettlichen Closter Hyssop geheyssen. Die Griechen unn Römer nennen sölch gewechß Hyssopum. Sein rechter nam ist den Apotecken bliben biß auff den heütigen tag.

Geschlecht.

   Des Hyssops seind zweyerley geschlecht / zam und wild. Den zamen / dieweil er in den gärten gezilt würdt / nent mant garten Ispen. Den wilden / darumb das er auff den bergen wechßt / heyßt man berg Ispen.

Gestalt.

   Garten Hyssop ist ein kraut auff holtz geartet / auß einer harten wurtzel ein stamm / ettwan zween / drey / nachdem der stock allt würdt. Gewindt vil zweig oder ruten / die von unden an biß oben auß mit schönen grünen blettlin bekleydt seind / welche sich des Saturons blettlin der gestalt nach vergleichen. Bringt seine blumen auff braunblaw gerferbt / und ist ein blum an der andern biß oben auß / einer äher gleich. So die blumen außfallen / kompt ein kleines sämlin hernach inn heüßlin verschlossen. Die wurtzel ist lang und holtzecht.
   Der wild Hyssop ist uns noch nit zusehen worden / darumb wir seine gestalt nit beschreiben künden.

Statt irer wachsung.

   Der zam Hyssop würt allenthalben in gärten gepflantzt. Der wild wechst / wie vormals auch ist angezeygt / auff den bergen.

Zeit.

   Der garten Hyssop blüet fürnemlich gegen dem Hewmonat / zu welcher zeit man ihn auch samlen soll von wegen der blumen.

Die natur und complexion.

   Der Hyssop ist warm und trucken im dritten grad / unnd ist einer subtilen substantz.

Krafft und würckung.

   Ispen mit Feygen / Rauten und hönig in wasser gesotten und getruncken / hilfft denen so keichen und schwerlich athmen / dem langwirigen husten / und schnudern. Hyssop mit hönig vermischt und wie ein latwerg jngenommen / tödt die würm. Ispen mit Oxymelite in der Apotecken geheyssen / jngenommen unnd getruncken / treibt den zähen schleim auß durch den stulgang. Mit grünen Feygen gessen / lindert er den stulgang. Er macht ein gute farb. In wasser gesotten und übergeschlagen / verzert er das undergerunnen blut. Mit Feygen gesotten unnd mit der brüe gegurgelt / ist er gut zu den halßgeschwulsten. Mit essig gesotten / unnd die brüe im mund gehalten / lindert er den schmertzen der zän. Mit welschem Kümmel / hönig und saltz zerstossen unnd übergelegt / ist er treffenlich gut zu den naterbissen. Hyssop in öl gekocht unnd angestrichen / vertreibt die leüß. Das wasser darinn Hyssop gesotten ist / heylet alle rauden / grind unnd flechten / darmit gewäschen.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de