Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Hopffen. Cap. LVIII.

 

Abbildung Hopffen
Hopffen ( XCII )
Abbildung: Seite 187

Deutsch: Hopfen, gewöhnlicher
English: Hop vine
English: Hop, common
Francais: houblon
Latein: Humulus lupulus

Namen.

H
Opffen würdt von den Griechen Bryon genent / zu Latein Lupus salictarius / in den Apotecken Lupulus / unnd zu zeiten auch Humulus. Die ursachen gedachter namen findt man in unserm Lateinischen kreüterbuch.

Geschlecht.

   Des Hopffen seind zweyerley geschlecht / zam unnd wild / wie wir hernach weiter wöllen anzeygen. Der zam würt mit grossem vleiß an ettlichen orten gepflantzt. Der wild kompt von jm selbs.

Gestalt.

   Der zam Hopff stoßt erstlich junge spargen oder dolden herfür gantz rund / braunrot / on laub. So bald dieselbigen mannß hoch übersich kommen / werden die stengel gantz rauch / durchauß mit kleinen dörnen und stacheln besetzt. Die bletter seind rauch / schwartzgrün / dem Stickwurtz laub gleich. An dem stengel gewindt er drauschlechte getrungne weißgeele blümle / beynach als die weinreben / aber volkommenlicher unn grösser. Auß gemellten blümlin wachsen gantz lucke / gefüllte / leichte secklin / zwüschen welchen ligt der braun / rund samen verborgen. Der wild Hopff ist aller ding dem zamen Hopffen gleich.

Statt irer wachsung.

   Der zam Hopff würt im Teütschen land / an den orten da nit wein wechst / in den gärten und äckern gepflantzt / zu dem bier. Der wild wechst allenthalben hinder den zeünen / an den dornhecken / in den gräben / und an den mauren / und waran er sich anhencken kan.

Zeit.

   Gegen dem Lentzen stoßt der Hopff sein junge dolden / darnach wechst er an den langen stangen hoch übersich / und im Hewmonat fahet er an zu blüen. Im Augstmonat aber / und im anfang des Herbstmonats würt er gesamlet.

Die natur und complexion.

   Es seind ettlich die schreiben der Hopff sey kalter natur. Die andern / er sey mittelmässig / weder kalt noch warm. Aber beyde teyl jrren / dann dieweil der Hopff seer bitter ist / unn eins starcken geruchs / so muß er von not wegen warm unnd trucken sein im andern grad. Deßgleichen ist auch die wurtzel warmer natur.

Die krafft und würckung.

   Hopffen reynigen das geblüt / treiben auß beyderley gallen. Sie verzeren auch allerley geschwulst. Seind gut den wassersüchtigen. Der safft von Hopffen row jngenommen / treibt krefftig durch den stulgang. So er aber gesotten würdt / ist er treffenlich gut zu allerley verstopffung der inwendigen glidern / aber treibt weniger zum stulgang. Gedachter safft in die ohren gethon / enthelt sie vor allerley feülung / und vertreibt den gestanck darinnen. Der Hopff eröffnet auch die mutter / macht harnen / und in summa / hat alle würckung / so vom Galeno den bittern dingen seind zugeeygnet. Die wurtzel nimpt hinweg allerley verstopffung / in sonderheyt aber der leber und des miltzes.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de