Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von S. Johanskraut. Cap. CCCXXIII.

 

Abbildung S. Johans kraut
S. Johans kraut ( CCCCLXXVI )
Abbildung: Seite 823

Deutsch: Hartheu, Tüpfel-
Deutsch: Johanniskraut, echtes
English: St. John's Wort, common
Francais: millepertuis
Francais: herbe de Saint Jean
Latein: Hypericum perforatum

Namen.

S
Ant Johanskraut würt von den Griechen und Römern Hypericum genent. Und diser nam ist biß auff den heütigen tag in den Apotecken bliben. Vonn den gemeinen kreütlern würdt diß gewechß zu Latein Perforata und Fuga daemonum geheyssen / darumb das seine blettlin so sie gegen der sonnen werden gehalten / sehen als werens mit nadeln vilfeltig durchstochen / unnd das es alle gespenst vertreiben soll.

Gestalt.

   S. Johanskraut hat ein braunroten vierecketen stengel / mit vilen ästlin geziert. Seine blettlin seind den Rauten blettern nit ungleich / klein unnd schmal / alle anzusehen als weren sie mit einer nadel / wie oben angezeygt / durchstochen. Die blumen so auff dem gipffel steen / seind geel / unnd hatt ein yede blum fünff blettlin. Wann mans mit den fingern zerreibt / so geben sie einen braunroten blutigen safft vonn sich. Nach abfallung der blumen kommen hernach schäflin / die sind gegen dem styl rund / oben auß zugespitzt / einem gersten korn gleichförmig / darinn findt man schwartzen same / der schmeckt wie hartz. Die wurtzel ist holtzecht / lang und geel.

Statt seiner wachsung.

   S. Johanskraut würt allenthalben in den hecken / und an den rheynen der äcker gefunden.

Zeit.

   Diß gewechß blüet am meysten im Hewmonat unnd Augstmonat / bringt volgends seinen samen in den schäflin.

Die natur und complexion.

   S. Johanskraut ist warmer unn truckner natur / unn einer subtilen substantz.

Krafft und würckung.

   S. Johanskraut mit blumen und samen gesotten unn getruncken / treibt den harn / und bringt den frawen jr zeit. In wein gesotten unn getruncken / vertreibt es das drittäglich und viertäglich feber. Sein sam gesotten und viertzig tag aneinander getruncken / heylet das hüfftwee. Die bletter mit dem samen zerstossen und übergelegt / heylen den brandt. Die bletter gedörrt / und zu pulver gestossen / in die faulen schäden und geschwär gestrewet / heylen dieselbigen. Der samen gesotten unnd getruncken / stellt den bauchfluß / unnd ist treffenlich gut zu dem blasen stein.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de