Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Narrenkolben. Cap. CCCXIX.

 

Abbildung Narrenkolben
Narrenkolben ( CCCCLXXII )
Abbildung: Seite 816

Deutsch: Rohrkolben, breitblättriger
English: Cat's-tail, common
English: Reedmace, great
Francais: masse d'eau
Latein: Typha latifolia

Namen.

N
Arrenkolben / oder Moßkolben / werden auch Liessen und Knospen geheyssen / vonn den Griechen Typhe / zu Latein Typha. Diß gewechß ist in keinem brauch bey den Apoteckern.

Gestalt.

   Narrenkolben gewinnen lange schwertbletter / wie der wild Galgat / doch schmal und spitzig. Jhr stengel ist glatt / on knöpff / unnd nit hol. Auff den stengeln wachsen die kolben / welche nichts anders seind dann seine getrungene blumen / die zu letzst zu einer grawen woll werden unn darvon fliegen. Die wurtzel ist gantz gleychet / mit vilen gewerben / inwendig weiß unnd gantz luck /stoßt an den gewerben järlich newe augen / darauß andere schwertbletter wachsen.

Statt irer wachsung.

   Die Moßkolben wachsen an den wasser gestaden / in sümpffen unn weyhern.

Zeit.

   Im Hewmonat wachsen die Kolben auff den stengeln / aber im Augst fahen sie an darvon zu fliegen. Die braucht man an ettlichen orten zu betten unnd küssen.

Die natur und complexion.

   Die Narrenkolben seind mittelmässig in der werme unn kelt / seubern zimlich.

Krafft und würckung.

   Die Kolben mit alltem schweinen schmer vermischt unnd übergeschlagen / seind ein gute und bewerte artzney den brandt darmit zu leschen. Die langen schwertbletter brauchen die küeffer und binder zu den fugen der vaßböden.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de