Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

Wisenklee (317) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Narrenkolben (319)
 

Von Bocksbart. Cap. CCCXVIII.

 

Abbildung Bocksbart
Bocksbart ( CCCCLXXI )
Abbildung: Seite 814

Deutsch: Bocksbart, Wiesen-
English: Jack-go-to-bed-at-noon
English: Goat's beard
Francais: salsifis des prés
Francais: barbe de bouc
Latein: Tragopogon pratensis

Namen.

B
Ocksbart würt derhalben also genent / das seine blumen zu eim grawen bart werden / oder das sich die herumbgebogne bletlin unden an den hülsen der blumen einem bocksbart vergleichen. Ettlich heyssen diß gewechß Gauchbrot / darumb das gemeinlich an seinen knöpffen oder gleychen einen weissen schaum / wie speychel hat / vermeynen der Gauch thü sölchs. In Griechischer sprach würt es Tragopogon unnd Come / in Lateinischer Barba hirci und Coma geheyssen. Würt in den Apotecken nit gebraucht.

Gestalt.

   Bocksbart hatt einen runden knöpffechten langen stengel. Die bletter steen nach einander am stengel biß schier zum ende / anzusehen wie des zamen Saffrans oder Knoblauchs kraut. Auff dem stengel wachsen gefüllte geele grosse gestirnte blumen / so die vergeen werden darauß grosse harige köpff / vil grösser dann des Pfaffenrhörlins. Dasselbig wollecht har hat seinen schwartzen samen under jhm / fleugt allso ein yedes korn mit seiner wollen / die es auff der spitzen tregt / darvon / als andere milchsamen. Die wurtzel ist weiß / rund / fingersdick. Das gantz gewechß ist inwendig voller milch.

Statt seiner wachsung.

   Der Bocksbart wechßt allenthalben in gärten und wisen.

Zeit.

   Bocksbart blüet fürnemlich im Meyen und Brachmonat. Würt auch noch im Augstmonat / so das graß widerumb wechßt / gefunden.

Die natur und complexion.

   Diß gewechß ist süß / darumb muß es ein zimliche werme haben / ist auch ein wenig feücht.

Krafft und würckung.

   Diß kraut würdt inn der jugendt gessen umb seiner flüssigkeyt willen. Man mags aber kochen / und in der speiß gebrachen / wie andre kochkreüter. Ist aber fürnemlich gut zu dem hitzigen magen / und zu den gebresten der brust / leber / nieren und blasen. Sein safft ist wunderbarlich für das stechen in der seiten.

nach oben

Wisenklee (317) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Narrenkolben (319)

© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de