Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Wisenklee. Cap. CCCXVII.

 

Abbildung Braun Wisenklee
Braun Wisenklee ( CCCCLXVIII )
Abbildung: Seite 810

Deutsch: Klee, Rot-
Deutsch: Klee, Wiesen
English: Clover, red
English: Trifoil, meadow
Francais: trèfle (des prés)
Latein: Trifolium pratense
 

Abbildung Weiß Wisenklee
Weiß Wisenklee ( CCCCLXIX )
Abbildung: Seite 811

Deutsch: Klee, Berg-
English: Clover, mountain
Francais: trèfle de montagne
Latein: Trifolium montanum
 

Abbildung Geeler Wisenklee
Geeler Wisenklee ( CCCCLXX )
Abbildung: Seite 812

Deutsch: Klee, Hopfen-
English: Medick, black
Francais: lupuline
Francais: minette
Latein: Medicago lupulina

Namen.

W
Isenklee würdt von den Griechen Triphyllon chortocopüon / und zu Latein Trifolium pratense genent. Klee aber nent man zu Teütsch alle die kreüter so drey bletter haben. Darumb würt diß gegenwertig kraut also geheyssen / das es drey bletter hatt / und gern auff den wisen wechßt.

Geschlecht.

   Des Wisenklee seind fürnemlich drey geschlecht. Einer hat schön liechtbraun blumen / darumb er brauner Wisenklee genent würt. Ettlich heyssen denselben braune Fleyschblumen. Der ander hat weiß blumen / darumb er von denselben her weisser Wisenklee genent würt. Von andern würdt er weisse Fleyschblum geteufft. Der dritt hat geel blumen / und derhalben würdt er geeler Wisenklee geheyssen / von ettlichen auch kleiner Steinklee.

Gestalt.

   Der braun Wisenklee hat vil runder zarter stengelin / die haben jr gewerblin mit dreyfeltigen kleeblettern bekleydt. An den stengeln in der höhe erscheinen die lieblichen liechtbraunen runde und getrungene blumen : wann dieselben verwelcken / findt man runden samen in den getrungenen heüßlin verschlossen / der sich am geschmack den Wicken vergleicht. Die wurtzel ist holtzecht unnd lang.
   Der weiß Wisenklee ist dem vorigen gleich / außgenommen das die stengelin rauch und harig seind / deßgleichen auch die bletter / welche darzu etwas lenger und schmeler seind dann an dem braunen. Die blumen werden weiß. Der geel Wisenklee gewindt runde bintzechte stengelin / unnd runde kleeblettlin. Seine blümlin seind klein getrungen / vonn farben geel / werden nach der zeitigung zu schwartzen knöpfflin / das ist der krumb getrungen samen in schwartzen schöttlin verschlossen.

Statt irer wachsung.

   Dise Klee wachsen allenthalben in wisen oder matten und gärten. Der geel würt auch in früchten und äckern gefunden.

Zeit.

   Die Wisenklee blüen fürnemlich im Meyen unn Brachmonat / bringen nachmals jhren samen.

Die natur und complexion.

   Die Wisenklee seind warmer und truckner natur / wie man sölchs auß dem geschmack kan abnemen / unn wir im Lateinischen kreüterbuch haben angezeygt.

Krafft und würckung.

   Die Wisen oder Mattenklee gesotten und getruncken / seind gut den frawen so den weissen fluß haben. Die blumen mit dem samen in wasser unnd öl gesotten und übergeschlagen / zeitigen die herten beulen unnd geschwulsten. Seind in keinem brauch bey den Apoteckern / dann sie gern köstlich ding brauchen / die sie doch selten recht kennen. Aber man muß die und dergleichen mehr mengel mit der zeit bessern und abstellen.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de