Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Fenugreck. Cap. CCCXI.

 

Abbildung Fenugreck
Fenugreck ( CCCCLVIII )
Abbildung: Seite 794

Deutsch: Bockshornklee, griechischer
English: Greek-clover
English: Fenugreek
Francais: fenugrec
Latein: Trigonella foenum-graecum

Namen.

F
Enugreck hat seinen namen von dem Latein her / dann in Griechischer spraach würt er Telis / Ceraitis / Aegoceros und Bucerus genent / zu Latein Foenumgraecu / welcher nam ist in den Apotecken bliben. Ursach sölcher namen findt man in unserm Lateinischen kreüterbuch angezogen. Nach dem Griechischen namen mag diß gewechß füglich und wol Bockßhorn und Kühorn genent werden.

Gestalt.

   Fenugreck oder Bockßhorn hatt zarte runde braunlechte unn hole stengelin / mit vilen neben zincken und Kleeblettern geziert unnd geschmuckt. Die blumen an den zweiglin seind bleych weißfarb / kleiner dann der Feigbonen. Auß denselbigen wachsen krumme unnd spitzige schotten / die seind durchauß mit geelem samen gefüllt. Zwo schotten die neben einander wachsen / vergleichen sich einem bocks gehürn / daher diß gewechß auch seinen namen hat überkommen. Die wurtzel ist lang / geel / mit seer vilen zaseln geziert.

Statt seiner wachsung.

   Fenugreck ist ein summer gewechß / mag nit wol frost leiden. Wechßt nit von jm selbs in unsern landen / muß durch den same in gärten auffgezogen werden.

Zeit.

   Bockshorn blüet im Brachmonat und Hewmonat / und bringt alßdann seine lange krumme schotten / unnd darinn den samen / welcher im Augstmonat zeitig würdt.

Die natur und complexion.

   Kühorn ist warm im andern grad / und im ersten trucken.

Krafft und würckung.

   Das meel von Fenugreck erweycht und verzert. In meth gekocht unn übergelegt / thut es wol allen innerlichen und eüsserlichen beulen / doch nit im anfang derselbigen. Mit salpeter und essig vermischt unn übergelegt / macht es das miltz kleiner. Der samen gesotten in wasser / unnd in dasselbig gesessen / bekompt wol den frawen so ein geschwulst an der mutter haben. Der samen in wasser gesotten / und die brüe durch ein tüchlin getruckt / heylt den fliessenden hauptgrind unn vertreibt die schüpen. Das meel mit genßschmaltz vermischt / ein zäpflin darauß gemacht und in die verschwollene unnd verschlossene muter gethon / eröffnet dieselben. Man soll den samen zu den clystieren brauchen in der roten rhur. Die brüe darinn der samen gesotten ist / soll man brauchen zu dem zwang / unnd den hindern damit wäschen. Der same in wein getruncken / fürdert die geburt. Das meel von dem samen mit Leinsamen gesotten unnd übergelegt / stillt den weetagen und schmertzen der mutter. Mit schwebel und hönig vermengt und angestrichen / vertreibt es die masen under dem angesicht / und die rauden. Der samen in wasser gesotten / unnd die üechsen darmit gewäschen / vertreibt den gestanck darunder. Er ist gut zu linderung der schmertzen / und verzerung allerley geschwulst / eüsserlich gebraucht und übergelegt. Darumb in Meth gesotten und übergelegt / bekompt er wol den ohrmützeln / Podagra / unnd andern weetagen der glider so verzerens bedürffen.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de