Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

WandtleŁŖkraut (309) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Fenugreck (311)
 

Von Widertodt. Cap. CCCX.

 

Abbildung Widertodt
Widertodt ( CCCCLVII )
Abbildung: Seite 792

Deutsch: Streifenfarn, braunstieliger
English: Spleenwort, Maidenhair
Francais: capillaire
Latein: Asplenium trichomanes

Namen.

W
Idertodt würdt vonn ettlichen auch Abthon genent. Bey den Griechen und Lateinischen ist es Trichomanes unn Capillaris geheyssen worden. Inn den Apotecken Polytrichon / wiewol felschlich und unrecht / dann sölcher nam gebürt dem Frawenhar / welchs Adiantum genent würdt. Ursachen seiner namen findt man im Lateinischen kreüterbuch angezeygt.

Gestalt.

   Der Widertodt ist ein kleins kreütlin ungevärlich spannen hoch / welchs hat seer kleine kestenbraune glitzende rütlin oder stengelin als netzfäden / die seind zu beyden seiten mit den aller kleinsten runden blettlin / schier wie die Meerlinsen / durchauß besetzt und bekleydet / welche seind an der einen seiten gegen der erden mit vilen kleinen braungeelen tüpffelin besprengt wie Engelsüß. Bringt weder blumen noch samen. Die wurtzel ist schwartz / auß vilen kleinen haren oder fäßlin zusamen gesetzt.

Statt seiner wachsung.

   Widertodt wechßt gern in dunckeln feüchten gründen / unnd nach bey dem wasser / fürnemlich aber auff den feüchten und nassen felsen und alten mauren.

Zeit.

   Widertodt sol am anfang des Herbsts / ungevärlich umb Bartholomei / gesamlet werden.

Die natur und complexion.

   Diß gewechß ist in der werme und kelte mittelmässig / trücknet aber auß / zerteylt und verzert.

Krafft und würckung.

   Widertodt gesotten und getruncken/ ist gut denen so schwerlich athmen / unn die geelsucht haben / den miltzsüchtigen / und zu der harnwinden. Er bricht den stein / daher würt er von etlichen Steinbrech geheyssen. Er stelt den bauchfluß. Inn wein getruncken / kompt er zuhilff denen so vonn gifftigen thieren gebissen seind. Er bringt den frawen jre zeit / und treibt auß das bürdlin / stellt aber das blut außspeien. Grün zerstossen unn übergelegt / ist er nützlich denen so von gifftigen thieren gebissen seind. In die laug gelegt unnd darmit gezwagen / macht er das außgefallen har widerumb wachsen / vertreibt die schüpen / und heylt den fliessenden hauptgrind. In wasser gesotten und dasselbig mit wein vermischt in die laug gethon / unnd darmit gezwagen / verhindert er das har außfallen. Dermassen gesotten und übergelegt / verzert er die kröpff. In summa / hat einerley krafft unnd würckung mit dem Frawenhar / welche wir in seinem Capitel erzelt haben.

nach oben

WandtleŁŖkraut (309) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Fenugreck (311)

© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de