Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Bißmüntz. Cap. CCCIII.

 

Abbildung Bißmüntz
Bißmüntz ( CCCCXLVIII )
Abbildung: Seite 777

Deutsch: Rittersporn, Läuse-
English: Stavesacre
English: Licebane
Francais: staphisaigre
Latein: Delphinium staphisagria

Namen.

B
Ißmüntz würdt von den Griechen Staphis agria geheyssen / welchen namen es inn den Apotecken behallten hatt. Zu Latein nent man diß gewechß Herbam pedicularem und Pituitariam. Ursach sölcher namen haben wir in unserm Lateinischen kreüterbuch angezeygt.

Gestalt.

   Bißmüntz hat gerad / weych / unn schwartzgrüne stengel. Die bletter sind dem laub der wilden Reben änlich / inn siben / sechs / zu zeiten auch weniger teyl zerschnitten. Die blumen / welche auff sondern stylen wachsen / seind schön himelblaw / und ist ein yede blum in sechs underscheydliche blettlin geteylt. Nach abfallung der blumen bringt sie ein dreyecketen schwartzbraunen samen in grünen heüßlin / der ist am geschmack scharpff. Die wurtzel schlecht und holtzecht. Auß welchem allen offenbar würt / das diß gewechß ein gschlecht des Staphidis agrie ist. Ob es aber das recht Staphis agria sey / steet noch im zweifel / dieweil es nit geele blumen hat als der Weyd / Jsatis genent.

Statt seiner wachsung.

   Bißmüntz muß man in gärten zilen. Das recht Staphis agria wechßt gern an schattechten orten.

Zeit.

   Bißmüntz blüet im summer.

Die natur und complexion.

   Bißmüntz ist warm und trucken im vierdten grad / dann es brennt.

Krafft und würckung.

   Des samens fünffzehen körnlin zerstossen unnd in Meth jngenommen / treibt oben auß durch das brechen die groben zähen feüchtigkeyten. Es sollen aber diejhenige so gemellte artzney haben gebraucht und jngenommen / auff unn nider spacieren / den hals stäts mit Meth schwencken / dann sie brennen seer / wo sölchs nit geschicht. Der samen im mund gehalten und zerkewet / zeücht herauß die zähen feüchte von dem haupt und hirn. Das kraut / samen oder wurtzel in essig gesotten / und warm im mund gehalten / legt das zanwee. Die wurtzel gepulvert unn mit hönig vermischt / heylt die geschwär unnd feule des munds. Das kraut / samen oder wurtzel grün zerstossen / oder gedörrt / gepulvert / unn mit öl vermengt zu einer salben / vertreibt und tödt die leüß und nissen / heylt das jucken unnd die rauden. Die wurtzel inn wasser oder laugen gesotten / darmit gewäschen / hatt gleiche würckung. Man braucht auch die Bißmüntz zu den artzneyen so brennen. Seine blumen gedörrt / zerstossen und in wein getruncken / seind gut denen so von den natern gebissen seind. Das kraut in essig gesotten unn die kleyder darmit besprengt / vertreibt die leüß so darinn gewachsen seind.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de