Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von stinckendem Andorn. Cap. CCXCIIII.

 

Abbildung Stinckender Andorn
Stinckender Andorn ( CCCCXXXVIII )
Abbildung: Seite 759

Deutsch: Ziest, deutscher
English: Woundwort, downy
English: Stachys, German
Francais: Úpi fleuri
Latein: Stachys germanica

Namen.

S
Tinckender oder riechender Andorn / würdt von ettlichen auch feld Andorn geheyssen / auff Griechisch unn Lateinisch Stachys. Ursach sölchs namens haben wir in unserm Lateinischen kreüterbuch angezeygt.

Gestalt.

   Stinckender Andorn hatt einen gantz rauhen / harechten / vierecketen stengel. Seine bletter seind gantz wollecht / grawlecht / oder weiß wie des Wullkrauts / zu ringßumbher zerkerfft. Die blumen seind von farben braun / oder rotlecht / in heüßlin verschlossen. Der samen ist rund. Das gantz kraut ist eins starcken geruchs. Die wurtzel geel und zasecht.

Statt seiner wachsung.

   Riechender Andorn wechßt an ungebawten rauhen ortten / do die Distel und unkreüter gefunden werden.

Zeit.

   Der riechend Andorn blüet im Brachmonat und Hewmonat.

Die natur und complexion.

   Diß gewechß ist bitter und scharpff / darumb an der natur warm biß in dritten grad / und trucken.

Krafft und würckung.

   Die bletter des riechenden Andorns gesotten unnd getruncken / bringen den frawen jre zeit / unn treiben auß das bürdlin. Es sollen sich aber die schwangern frawen vor disem kraut hüten. Hatt sonst alle würckung wie die andern Andorn / welche wir an seinem ort erzelet haben.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de