Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Garb. Cap. CCLXXVIII.

 

Abbildung Garben
Garben ( CCCCXV )
Abbildung: Seite 721

Deutsch: Schafgarbe, gewöhnliche
English: Milfoil
English: Yarrow, common
Francais: millefeuille
Latein: Achillea millefolium

Namen.

G
Arb / Schafgarb / Schafripp / Tausentblatt / oder Gerbel / würt bey den Griechen Stratiotes chiliophillos genennt. Zu Latein Stratiotes millefolia. In den Apotecken Millefolium. Ursach seiner namen hab ich im Lateinischen kreüterbuch angezogen.

Geschlecht.

   Der Garben seind fürnemlich zwey geschlecht. Eins hat gantz weisse blümlin / das ander leibfarbe / haben sonst keinen unnderscheyd zwüschen einander / darumb wir sie beyde under einer figur des gemäls begriffen haben.

Gestalt.

   Garb ist ein fast zinnelecht zerspallten kraut / ehe dann es stengel hatt. Seine stengel aber seind rund / hol / auff anderhalb elen hoch / mit vilen kleinen rauhen gefiderten / kurtzen und zerschnittnen blettlin bekleydet biß zu der kronen / die alle zusamen an einem styl vergleichen sich den flügeln der jungen vögel. Die kronen der blumen / welche gantz weiß oder leibfarb erscheinen / seind dick und volkommenlich / dann die stengel sich oben in vil zweiglin teylen darauff die blume wachsen. Der außgefallen samen ist der gemeinen Chamillen samen gleich. Die wurtzel ist schwartz / zasecht / kreücht hin und wider im erdtrich.

Statt irer wachsung.

   Die Garben wachsen allenthalben an herten und dürren orten / in den graßgärten / an den wegen und strassen.

Zeit.

   Beyde geschlecht der Garben blüen den gantzen summer biß in den Herbst.

Die natur und complexion.

   Garben ziehen zusamen / trücknen / und heylen eüsserlich und innerlich.

Krafft und würckung.

   Die Garbkreüter seind nützlich zu allerley eüsserlichen unn innerlichen wunden und geschwären gebraucht / in wein gesotten und getruncken / oder zu pflastern und salben gebraucht. Sie heylen auch die allten bösen fistel. Stellen das blut / zerstossen und übergelegt. Gleicher gestalt genützt / stellen sie den frawen so zuvil fliessen jhre kranckheyt. Sie treiben auch auß das gerunnen blut / unn seind in summa treffenliche gute wundtkreüter / und derhalben bey den wundärtzten in täglichem brauch.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de