Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von welschen Bonen. Cap. CCLXIX.

 

Abbildung Welsch Bonen
Welsch Bonen ( CCCCIIII )
Abbildung: Seite 702

Deutsch: Bohne, Garten-
English: Bean, kidney
English: Bean, french
English: Bean, garden
Francais: haricot (commun)
Latein: Phaseolus vulgaris

Namen.

W
Elsch Bonen / oder Faselen / ist eben das gewechß so bey dem Dioscoride Smilax cepaea / zu Latein Smilax hortensis genent würt. Galenus / Theophrastus / und ander mehr nennen sölch gewechß Dolichum. Serapion und seine nachvolger / Faseolos oder Phasiolos. Ist in keinem brauch bey den Apoteckern.

Gestalt.

   Die welschen Bonen wachsen hoch übersich / haben zarte stengel / flechten unn hencken sich zu ringß umb die stangen so darzu gesteckt seind / wie der Hopffen. Die bletter seind den Ephew blettern änlich / doch zärter und breyter / gemeinlich drey bletter creützweiß / als ein Kleeblat / auff einem styl. Zwüschen den Ephew blettern kommen die blumen herfür / auff zarten stylen / etlich weiß / etlich rotfarb. Auß den blumen wachsen seer lange schotten / wie an dem Foenograeco / aber vil breyter / lenger und grösser. Ein yede schott hat inn jhr frucht und körner / deren seind ettlich rot / ettlich leibfarb / mit schwartzen flecken besprengt / ettlich leberfarb / auch besprengt / ettlich schneeweiß / ettlich weißgraw / ettlich geel. Ein yede frucht vergleicht sich aller ding einem nieren.

Statt irer wachsung.

   Die welschen Bonen wachsen in den gärten / dahin sie gepflantzt werden. Wöllen in einem feyßten erdtrich / dahin stätige sonn kommen mag / auffgepflantzet werden.

Zeit.

   Die welschen Bonen seind ein recht summer gewechß / mögen aller ding keinen reiffen leiden. Darumb wo dise frucht gegem früling zu früe inn das erdtrich gelegt würt / und ein kalter reiff fellt / seind sie schon erfroren. Sie blüen im Hewmonat / und werden im Augstmonat und Herbst zeitig.

Die natur und complexion.

   Die welschen Bonen seind warm und feücht im ersten grad.

Krafft und würckung.

   Dise Bonen seind zu essen wie die Erbß / so man die schotten mit den körnern seudt. Sie treiben den harn / machen aber gantz schwer unnd unrüwig schläf. Sie neeren nit weniger dann die Erbß / machen auch keinen wind noch bläst. Sie geben von sich ein grobe narung / doch so man Senff darzu thut / nimpt er von jhnen vil böß / unnd schafft das sie dest weniger schaden. Dise Bonen gesotten und getruncken / bringen den frawen jhre zeit.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de