Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Walwurtz. Cap. CCLXVI.

 

Abbildung Walwurtz
Walwurtz ( CCCXCVII )
Abbildung: Seite 691

Deutsch: Wallwurz
Deutsch: Beinwell, gewöhnlicher
English: Boneset
English: Comfrey
Francais: consoude officinale
Latein: Symphytum officinale

Namen.

W
Alwurtz nent man auch Schwartzwurtz / Schmerwurtz / und Beinwellen. In Griechischer spraach würdt sie Symphyton / und Symphyton mega genent. Zu Latein Symphyton und Solidago. In den Apotecken würt sie Consolida maior geheyssen. Hat alle jhr namen von jrer tugent unn würckung / so sie hat in heylung der wunden und geschwären überkommen.

Geschlecht.

   Der Walwurtz seind zweyerley geschlecht / mennle und weible. Das mennle hat braune / das weible aber bleych weißgeel blumen. Haben sonst gar keinen underscheyd / darumb wir beyde geschlecht under einer figur begriffen haben.

Gestalt.

   Walwurtz hat einen stengel der ist elen lang / unnd ettwan auch lenger / seer harig unnd rauch / inwendig hol / ecket / mit vilen zweiglin / die seind mit rauhen / langen / unnd schmalen blettern bekleydet / wie die welschen Ochsenzungen. Die blumen werden runde hole schellen / ettlich bleych weiß geelferbig / wie vormals angezeygt / ettlich braun. So dise abfallen findt man den samen inn grünen heüßlin. Die wurtzel ist außwendig schwartz / inwendig aber gar weiß glatt / leymecht und schlupfferig.

Statt irer wachsung.

   Walwurtz wechßt gern in feüchten awen / an wasser gestaden / würdt auch in den gärten gezilet / in sonderheyt das mennle / dann das weible ist gemeiner.

Zeit.

   Walwurtz blüet fürnemlich im Brachmonat und Hewmonat.

Die natur und complexion.

   Die Walwurtz wermet unnd trücknet im andern grad / zeücht auch seer zusamen.

Krafft und würckung.

   Die wurtzel geseubert in wein oder wasser gesotten und getruncken / ist nützlich denen so blut außspeien / unn inwendig gebrochen seind. Sie ist auch treffenlich gut zu allen wunden / dann sie seer heylsam ist. Ein pflaster darauß gemacht und über die frischen wunden gelegt / hefftet dieselbigen zusamen. Wann sie bey fleysch gesotten würt / wachsen die stück widerumb zusamen / wie Dioscorides schreibt. Dise wurtzel mit Creützwurtz bletter zerstossen und übergelegt / leschet die hitz des affters. Walwurtzel in wein gesotten / stellt die roten rhur / und der weiber kranckheyt. Reynigt auch die brust unn lungen von dem eyter. Dise wurtzel zerstossen und übergelegt / heylet die brüch. In summa / Walwurtz ist nützlich zu allerley wunden und beinbrüchen / darumb sie bey den wundärtzten in grossen ehren sol gehalten werden.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de