Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Gen▀fu▀. Cap. CCLIII.

 

Abbildung Gen▀fu▀
Gen▀fu▀ ( CCCLXXII )
Abbildung: Seite 651

Deutsch: Gńnsefu▀, roter
English: Herb, goose
English: Goosefoot, red
Francais: ansÚrine rouge
Latein: Chenopodium rubrum

Namen.

G
Enßfuß oder Genßfüssel hat seinen namen daher / das seine bletter anzusehen / seind formiert wie ein genßfuß. Diß gewechß würt von ettlichen Schweinßtod / oder Sewtod geheyssen darumb / das die sew tödt / so es von jnen gessen würt. Wie aber diß kraut bey den alten geheyssen sey / unnd ob sie sölchs auch erkant haben / kan ich diser zeit nit wissen.

Gestalt.

   Genßfuß hat einen stengel der ist elen hoch / mit holkelen underscheyden. Die bletter vergleichen sich etlicher massen mit dem laub der Judenkirsen / doch seind sie zu ringßumbher mit spitzigen kerfen außgeschnitten / und ist demnach ein yedes blatt anzusehen gestalt wie ein genßfuß / daher es auch seinen namen hat / wie oben angezeygt. Die blumen seind rotlecht / seer klein. Der samen zusamen getrungen melbecht / wie an der wilden Molten. Die wurtzel ist krumb / mit vilen anhangenden kleinen würtzelin.

Statt seiner wachsung.

   Der Genßfüssel wechßt gern in den krautgärten / und auff dem feld / do man den mist hin pflegt zu schütten und legen.

Zeit.

   Genßfuß blüet fürnemlich im Brachmonat / unnd bringt nachmals seinen samen.

Die natur und complexion.

   Das kraut Genßfüssel genent / kület im andern grad / on allen zweifel / wie der Nachtschatt.

Krafft und würckung.

   Genßfüssel ist ein schedlich und tödtlich kraut den schweinen / wie vormals auch ist angezeygt / dann welcher saw diß kraut under die speiß kompt / unnd sie darvon isset / muß sterben. Im leib des menschen hat es alle krafft unn würckung wie der garten Nachtschatt / von welchem wir an seinem ort wöllen schreiben. Und ist zwar kein wunder / das ein kraut dem viech tödtlich ist / aber dem menschen nit / dann widerumb seind auch ettliche den menschen tödtlich / als Nießwurtz und Wutzerling / die doch den Wachteln unn Starnen untödtlich seind / und jhre speiß / wie sölchs Galenus an vilen orten seiner schrifft anzeygt / und die täglich erfarnuß gibt.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de