Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Melanzan. Cap. CCII.

 

Abbildung Melanzan
Melanzan ( CCC )
Abbildung: Seite 533

Deutsch: Eierfrucht
Deutsch: Aubergine
English: Eggplant
English: Aubergine
Francais: mélongène
Francais: aubergine
Latein: Solanum melongena

Namen.

D
Ie Melanzan werden von ettlichen zu unsern zeiten Mala insana genent / von andern Poma amoris / und vom mehrer teyl Melanzana. Ursachen aber sölcher namen aller haben wir im Lateinischen kreüterbuch gnugsam angezeygt / wer lust hat dieselbigen zuwissen der mag sie am gedachten ort suchen.

Geschlecht.

   Der Melanzan seind zweyerley geschlecht / dann ettlichs bringt braunfarb öpffel / daher es mag braun Melanzan geheyssen werden. Das ander bringt weißlechte oder geele öpffel / darumb es geel Melanzan genent würdt. Seind sonst einander an der gestalt gleich.

Gestalt.

   Die Melanzan ist ein gesteud den grossen Kletten mit stengel unnd blettern schier gantz gleich / doch seind seine bletter lenger / und mehr zerschnitten dann der grossen Kletten. Seine blumen seind purpurbraun / und hat ein yegliche sechs bletter / die vergleichen sich einem stern. Seine frücht seind lang / einem apffel nit unänlich / inwendig voller samens / welcher dem Indianischen oder Calocutischen Pfeffer nit ungleich ist. Die wurtzel ist geel mit vilen fasen und zaseln.

Statt irer wachsung.

   Melanzan ist ein fremb gewechß / das in unsern landen von jhm selber nit wechßt / sonder muß in gärten oder scherben gepflantzt und auffzogen werden. Will eben wardt haben / wie die Kürbs und Melon.

Zeit.

   Melanzan blüen im Augstmonat und zu zeiten im Herbst / dieselbigen aber mögen nit wol zeitige frucht bringen.

Die natur und complexion.

   Die frücht der Melanzan seind on zweifel kalt und feücht wie die Kürbs.

Krafft und würckung.

   Die Melanzan / so vil unn mir bewüßt / haben noch keinen brauch in der artzney. Doch isset man die öpffel an ettlichen orten mit öl / saltz und pfeffer / wie die Pfifferling. Die andern lassens ein wenig bey dem fewr sieden / unn machen darnach runde blettlin darauß / die brauchen sie zu dem essen / mit essig / öl unn pfeffer vermischt. Etlich machens jn mit saltzbrüe wie andere frücht / unn setzens zu dem essen auff / wie rot Rüben unnd dergleichen. Aber sölche speiß lieben allein den schleckmeülern / die nit hoch achten wie gesund ein ding sey / wann es nur wol schmeckt. Die andern so der gesundtheyt wöllen pflegen / sollen sich vor diser frucht hüten / dann sie ungesundt und hertdewig ist.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de