Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Lörchenbaum. Cap. CLXXXIX.

 

Abbildung Lörchenbaum
Lörchenbaum ( CCLXXX )
Abbildung: Seite 496

Deutsch: Lärche, europäische
English: Larch, European
Francais: méleze
Latein: Larix decidua

Namen.

L
örchenbaum würt auff Griechisch und Lateinisch Larix genent / in ettlichen Apotecken würt es Larga geheyssen.

Gestalt.

   Lörchbaum ist der Kynthannen nit seer ungleich / aber dicker / sein rinde ist auch gletter. Die bletter seind fetzet / einem khamm nit unänlich / dick unnd nach bey einander. Sein holtz laßt sich gern biegen / ist rotlecht. Auß disem Lörchbaum fleüßt ein hartz das ist der farb nach dem hönig gleich / zäch / würt nimmer dick. Dises verkaufft man allenthalben in den Apotecken / und sonst auch / für Terbentin / das sie Gloret nennen. Welcher namen jm on zweifel ist gegeben worden darumb / das der baum Lörch heyßt. Das recht Terbentin ist weiß / durchsichtig wie ein glaß / eins guten geruchs / wie wir sölchs nach der leng in unserm Lateinischen kreüterbuch haben angezeygt.

Statt seiner wachsung.

   Der Lörchenbaum wechßt nit allenthalben. In der Schlesien aber würt er überflüssig gefunden / also das man auch mit seinem holtz die stuben täfelt. Der durchleuchtig hochgeborn Fürst und Herr Marggraff Georg etc. mein gnediger Herr / hat vil Lörchenböum gen Onoltzbach lassen füren / unnd dieselbigen alda in seiner Fürstlichen gnaden garten lassen pflantzen / darvon mir auch sein F. G. einen gen Tübingen hat geschickt.

Zeit.

   Der Lörchenbaum bringt kein blust / sonder sproßt herfür allein. Facht aber bald an zu grünen.

Die natur und complexion.

   Die bletter unn rinden des Lörchbaums ziehen zusamen wie die Kynthannen.

Die krafft und würckung.

   Sein rinde zerstossen unn übergelegt / oder jngestrewt mit silberglet und weyrauch / ist gut denen so den wolff geritten haben / unn heylt die geschwär der haut unn den brand. Zerstossen mit schusterschwartz / heylt sie die schäden so umb sich fressen. Von gedachter rinden ein rauch unden auffgemacht / treibt das bürdlin auß von den frawen. In wasser gesotten unnd getruncken / stellt den bauchfluß und treibt den harn. Seine bletter zerstossen und übergelegt / lindern und miltern die entzündten wunden. Dieselbigen zerstossen unn in essig gesotten / und warm im mund gehalten / stillen das zanwee. Sein hartz weycht / wermt / zerteylt und seubert. So es geleutert ist / und würt wie ein latwerg jngenommen für sich selbs / oder mit hönig / ist es gut unn nützlich denen so husten / unn den schwindsüchtigen / seubert die brust / treibt den harn / zeitiget / und macht einen linden stulgang. Es verhütet auch angestrichen / das das har an den augbrawen nit außfelt. Es vertreibt allerley grind / rauden / geflecht am leib / so mans mit rosenöl vermischt und anstreicht. Mit öl und hönig vermischt / unnd in die eyterechten ohren gethon / heylt es dieselbigen. Angestrichen ist es nützlich zu dem weetagen der seiten. Die bletter haben sondere krafft wunden zu heylen / deßgleichen ist auch das hartz gut zu allen innerlichen wunden.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de