Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

wei▀ Hornung▀blumen (185) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Weiderich (187)
 

Von Meerhir▀. Cap. CLXXXVI.

 

Abbildung Meerhir▀
Meerhir▀ ( CCLXXV )
Abbildung: Seite 490

Deutsch: Steinsame, echter
English: Alkanet, common
English: Gromwell
Francais: herbe aux perles
Francais: grÚmil
Latein: Lithospermum officinale
 

Abbildung Wilder Meerhir▀
Wilder Meerhir▀ ( CCLXXVI )
Abbildung: Seite 491

Deutsch: Steinsame, Acker-
English: Alkanet, bastard
English: Gromwell, corn
Francais: grÚmil des champs
Latein: Lithospermum arvense

Namen.

M
Eerhirß heyßt bey den Griechen unnd Lateinischen Lithospermon / daher kompts das er auch Steinsamen von etlichen Teütschen genent würt. In den Apotecken würt er Milium folis geheyssen. Welche namen alle disem kraut von seinem samen seind geben worden / der do gantz hert als ein stein / unn schön weiß ist.

Geschlecht.

   Des Meerhirß seind zwey geschlecht / zam und wild. Dieselbigen seind einander mit kraut / stengel unnd blumen gar gleich. Ist allein zwüschen jnen im samen ein underscheyd / dann im zamen ist er gantz glatt unnd weiß / im wilden aber etwas runtzlecht / anzusehen wie der gemeinen Ochsenzungen samen.

Gestalt.

   Meerhirß hat bletter die seind spitzig / wie das laub an den ölbaumen / aber lenger unn spitziger. Die gegen der wurtzel steen / ligen auff der erden. Seine äst unn stengel seind rund / schlecht / dünn / vest / unn holtzecht. Oben teylen sie sich auß in vil neben zincken wie ein klein böumlin. Zwüschen den neben stengeln unn blettern findt man den steinigen samen / der ist rund / klein wie die perlen / ettwan drey oder vier körnlin neben einander herauß wachsen / nachdem der kleinen weissen blümle / die diß kraut bringt / vil oder wenig gewesen seind. Die wurtzel ist außwendig gantz rotlecht / sonst schlecht und holtzecht.

Statt seiner wachsung.

   Den zamen Meerhirß zilt man gemeinlich in gärten / wiewol er an ettlichen rauhen orten auch von sich selbs wachsen ist. Der wild würt allenthalben in den äckern und feldern gefunden.

Zeit.

   Der zam blüet im Brachmonat und Hewmonat. Der wild aber fahet im Meyen an zu blüen / und blüet fast den gantzen summer. Man findt fast allwegen blust und samen bey einander.

Die natur und complexion.

   Der sam des Meerhirß / welchen man in der artzney braucht / ist warm und trucken / wie wir des ursachen haben im Lateinischen kreüterbuch angezeygt.

Die krafft und würckung.

   Der same gepulvert in weissem wein getruncken bricht den blasen stein / und treibt den harn. Man mag aber auch das kraut wol in wasser sieden und darinn baden / darmit der schmertz gemiltert werde / unnd der harn sein gang möge haben.

nach oben

wei▀ Hornung▀blumen (185) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Weiderich (187)

© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de