Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Saffran. Cap. CLXVII.

 

Abbildung Saffranbletter
Saffranbletter ( CCXLVIII )
Abbildung: Seite 446

Deutsch: Safran, echter
Deutsch: Krokus, Safran-
English: Saffron
Francais: safran
Latein: Crocus sativus

Namen.

D
Er Saffran würdt auff Griechisch unnd Lateinisch Crocus genent / welcher name biß auff den heütigen tag in den Apotecken bliben ist. Ursachen sölches namens hab ich im Lateinischen kreüterbuch angezeygt.

Gestalt.

   Der Saffran hat seer schmale graßechte lange bletter. Sein blum ist nacket purpurfarb / der Zeitlosen blumen gleich / unn hat ein yede blum sechs bletter. In der mitte einer yeden findt man den blutroten Saffran / der ist anzusehen gleich wie ein schmals zünglin mit dreyen zincklin / zwüschen den andern geelen zäpfflin wachsen. Dise blumen seind on geruch / aber der Saffran bringt einen lieblichen geruch mit sich. Die wurtzel ist ein runder graw gekleyter zwibel / der gewindt neben jhm fünff oder sechs jung.

Statt seiner wachsung.

   Der best Saffran / wie die alten haben angezeygt / wechßt auff dem berg Coryco in Cilicia gelegen / darvon er auch Coriceus genent ist worden. Darnach der auff dem berg Olympo in Lycia. Volgends der auß der statt Aetoliae Aegis genent / gebracht würt. Yetzund würdt er Teütsch Osterreichisch Saffran so umb die statt Wien wechßt / über den Orientischen / unnd andere alle gebreißt. Der Saffran würt auch sonst an vil orten unsers Teütschen lands gepflantzt.

Zeit.

   Der Saffran bringt seine blumen / wie die Zeitlosen / vor den blettern. Dann gegen dem Herbst kommen seine nackete purpurfarbe blumen herfür geschlossen / das weret ungeverlich ein monat lang. Man muß auch der blumen wol warnemmen / darmit sie nit verderben. So bald aber sie vergond / kommen dieter hernach geschlichen / die bleiben über winter fast biß in den Meyen grün und unversert / darnach werden sie geel und verwelcken / das mans durch den summer nit mehr spüren kan. Im summer eriüngern sich die zwibel des Saffrans. Im dritten oder vierdten jar seind sie zeitig außzugraben / das geschicht umb Sant Johans des Teüffers tag / die werden darnach im lufft gedörrt / unn on sonnen behalten biß inn den Augstmonat / alßdann werden sölche zwibel von newem schuchß tieff in ein zimlich gut mürb erdtrich ordenlich jngelegt.

Die natur und complexion.

   Der Saffran ist warm im andern grad / und im ersten trucken.

Die krafft und würckung.

   Der Saffran erweycht / zeitigt / zeücht zimlich zusamen / treibt den harn / unn macht ein gute farb. Mit süssem wein getruncken / verhütet er die trunckenheyt. Mit frawen milch vermischt unn angestrichen / ist er gut zu den trieffenden augen. Saffran reytzt zur unkeüscheyt. Lindert die hitz / in sonderheyt das rotlauff. Er sol aber mit massen innerlich in leib genommen werden / dann Dioscorides schreibt das drey quintlin Saffran mit wasser jngenommen / den menschen tödten. Die wurtzel in süssem wein getruncken / treibt den harn. Der Saffran verzert alle zeitige gebresten / sonderlich der augen / mit einem ey vermischt und übergelegt. Saffran in der speiß genossen bekompt wol dem blöden verserten magen / sterckt sein dewung. Ist auch nützlich der brust / der lebern / der lungen / den nieren unn blasen / diser gestalt gebraucht. Der Saffran bringt den schlaff. Nimpt hinweg allerley verstopffung. Ist nützlich denen so husten / unnd den athemb schwärlich ziehen. Saffran mit milch / rosenöl / und Opio vermischt / und übergeschlagen / ist treffenlich gut zu dem weetagen der füß.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de