Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Pflaumen. Cap. CLIII.

 

Abbildung Pflaumenbaum
Pflaumenbaum ( CCXXVI )
Abbildung: Seite 411

Deutsch: Zwetschge
Deutsch: Pflaume
English: Plum
Francais: prunier
Latein: Prunus domestica
 

Abbildung Schlehen
Schlehen ( CCXXVII )
Abbildung: Seite 412

Deutsch: Schwarzdorn
Deutsch: Schlehe, gewöhnliche
English: Sloe
English: Blackthorn
Francais: prunellier
Francais: prunier épineux
Latein: Prunus spinosa

Namen.

D
Er Pflaumenbaum würt von den Griechischen Coccimelea / zu Latein Prunus genent / sein frucht Pflaumen oder Prumen.

Geschlecht.

   Der Pflaumen seind zweyerley geschlecht / zam unnd wild. Die zamen haben mancherley farb / dann man findt derselbigen braun / geel / schwartz / unnd weißlecht grün. Die wilden werden Schlehen geheyssen / auff Griechisch Agriococcimela / und Prumna / zu Latein Pruneola und Prunula.

Gestalt.

   Der Pflaumenbaum hat wurtzel die ston nit tieff / sonder kriechen oben hin im erdtrich. Sein stamme ist auffrecht unn schlecht / rauch / mit vilen außgebreyten ästen. Die bletter seind langlecht in die ründe formiert / unnd mit kleinen krinnlin zerkerfft. Die blumen seind weiß / garnach wie an den Kirßen. Die frucht ist wie ein kleins öpffelin / schwartz / braun / geel / oder weißlecht grün / hat inwendig ein herten stein / darinn ist der kern.

Statt irer wachsung.

   Die zamen Pflaumen wachsen in gärten. Damascena zu Damasco. Die Schlehen fast in allen hecken.

Zeit.

   Blüen im früling / in sonderheyt die Schlehen / die under allen stauden fast die ersten seind. Die Pflaumen werden im summer zeitig / fürnemlich im Augstmonat. Die Schlehen aber im Herbst.

Die natur und complexion.

   Die zamen Pflaumen külen unn feüchten mittelmässig. Die Schlehen ziehen zusamen / wie wir folgends sölchs wöllen klärlicher anzeygen.

Krafft und würckung.

   Die Pflaumen werden gessen / seind aber dem magen schedlich. Lindern den bauch / doch mehr wann sie frisch seind / dann wann sie dürr werden. Die Damascken aber ziehen mehr zusamen. Die bletter in wein gesotten unnd im mund gehallten / seind gut zu dem geschwollen zäpfflin unnd mandeln / dann sie treiben den fluß hindersich.
   Die Schlehen gedörret / ziehen seer zusamen / unnd stellen den bauchfluß. Schlehen gummi in wein jngenommen und getruncken / zermalt den stein. Mit essig angestrichen / heylt es die geflecht / zittern oder rauden der kinder.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de