Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Egelkraut. Cap. CLII.

 

Abbildung Egelkraut
Egelkraut ( CCXXV )
Abbildung: Seite 409

Deutsch: Gilbweiderich, Pfennig-
Deutsch: Pfennigkraut
English: Jenny, creeping
English: Moneywort
Francais: herbe aux Úcus
Francais: nummulaire
Latein: Lysimachia nummularia

Namen.

D
As Egelkraut würdt sonst auch mit andern namen genent / nemlich Pfennigkraut / und klein Naterkraut. Zu unsern zeiten würdt es zu Latein Centummorbia und Numularia geheyssen / darumb das seine blettlin rund seind wie ein pfennig. Von ettlichen auch Serpentaria / darumm das die verwundten natern sich mit disem kraut heylen.

Gestalt.

   Egelkraut kreucht und schleufft auff der erden her als ein schlang oder nater / daher es Naterkraut genent ist. Die bletlin / welche zu beyden seiten des dünnen stengelins gesetzt seind / erscheinen rund / und feyßt / nit breyter dann ein pfennig. Seine blumen seind goldgeel. Die wurtzel ist klein unnd zart / kompt von den stengelin herauß.

Statt seiner wachsung.

   Pfennigkraut wechst gern in den feüchten wisen / graßgärten / rheynen / und graßechten wälden.

Zeit.

   Egelkraut blüet im Meyen / und schier den gantzen summer.

Die natur und complexion.

   Diß kraut ist trucken im andern oder dritten grad / welchs man auß dem geschmack / dieweil es seer zusamen zeücht / wol kan abnemen.

Die krafft und würckung.

   Under vilen andern kreütern so wunden heylen / ist diß Pfennigkreütlin nit das geringst / dann es nit allein eüsserliche frische wunde zuheylt / sonder auch innerliche bresten der lungen / und anderer glider. In wein gesotten und getruncken / ist es nützlich denen so die roten rhur haben. Stellet den bauchfluß / unnd das blutspeien. So die frawen zuvil fliessen / sollen sie diß kraut sieden / unn darvon trincken. Es ist auch treffenlich gut zu allerley innerlichen wunden und geschwären / in sonderheyt der lungen. Darumb sollens die seer brauchen / denen die lung verseert ist / und die schwindsucht haben. Die eüsserlichen wunden sollen mit dem wein darinn diß kraut gesotten ist gewäschen und geseubert / und alßdann die blettlin auff die wunden gelegt werden / so heylen sie bald.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de