Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von klein Tausentgulden. Cap. CXLV.

 

Abbildung Klein Tausendtgulden
Klein Tausendtgulden ( CCXVII )
Abbildung: Seite 395

Deutsch: Tausendgüldenkraut, echtes
English: Centaury, common
Francais: centaurée, petite
Latein: Centaurium erythraea

Namen.

D
As klein Tausentgulden würt von etlichen genent Feberkraut / Erdtgall unnd Biberkraut. Die Griechen unnd Lateinischen nennen es Centaurium minus / Febrifugam / unn Fel terrae. Ursachen hab ich gnugsam anzeygt in meinem Lateinischen kreüterbuch / daselbst mögens die suchen so einen verstandt der sprachen haben.

Gestalt.

   Das klein Tausentgulden ist dem Sant Johanßkraut oder Wolgemut nit unänlich. Sein stengel ist mehr dann spannen hoch / unn ecket / oben mit vil nebenzincklin / darauff wachsen schöne rote leibfarbe blumen. Auß denselbigen werden kleine schöttlin / nit grösser dann weytzen körner. Seine bletter seind klein unn langlecht / dem Wolgemut kraut gleich. Die wurtzel ist klein / schlecht / holtzecht / und in der artzney nit tüchtig.

Statt seiner wachsung.

   Wiewol Dioscorides schreibt das klein Tausendtgulden wachs an nassen unn feüchten orten / yedoch weyßyederman das bey uns gemeinlich auff herten / dürren / graßechten äckern / und wisen wechßt.

Zeit.

   Klein Tausentgulden blüet im Hewmonat / unn weret sein blust biß in Herbst.

Die natur und complexion.

   Dieweil das Tausentgulden seer bitter ist / kan man leichtlich abnemen das es on alle scherpffe außtrücknet und wermet. Zeücht auch ein wenig zusamen / darumb es ein wundtkraut ist.

Die krafft und würckung.

   Das kraut grün zerstossen unn übergelegt / heylet die wunden. Die alten wunden reynigt es vorhin / und heylet sie nachvolgends zu. In wein oder wasser gesotten und getruncken / treibt es auß durch den stulgang die gallen / unnd zähen feüchtigkeyt. Ist auch gut denen so das hüfftwee haben / so man ein clystier darauß macht / dann es lindert den schmertzen. Der safft ist gut zu den artzneyen so man zu den augen braucht. Mit hönig vermischt / macht er lautere augen. Ein zäpfflin in disem safft geweycht / und in die muter gethon / bringt den frawen jr zeit. Für sich selbs gebraucht unn getruncken / ist er nützlich zu allen gebrechen der nerven und spannadern. Das kraut verzert die überige flüß wo sich im leib seind. Es eröffnet allerley verstopffung der leber. Ist treffenlich gut zu dem verherten miltz / von außwendig übergelegt / unnd auch getruncken. Diß kraut ettlich tag abends und morgens getruncken / tödt und treibt auß die würm.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de