Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Man▀trew. Cap. CXII.

 

Abbildung Man▀trew
Man▀trew ( CLXVI )
Abbildung: Seite 311

Deutsch: Mannstreu, Feld-
English: Eryngo, field
Francais: chardon Roland
Francais: panicaut
Latein: Eryngium campestre

Namen.

M
Anßtrew würt von ettlichen auch Ellend / Brachendistel / Raddistel / und Kraußdistel genent. In Griechischer unn Lateinischer spraach Eryngium. In den Apotecken Jringus. Es seind aber ettlich die nennen das gegenwertig kraut Centumcapita / wie wir sölchs in unserm Lateinischen kreüterbuch haben angezeygt.

Gestalt.

   Manßtrew ist ein kraut mit breyten krausen blettern / die seind zerschnitten / unnd haben an den enden zu ringßumbher scharpffe dörnlin / welche wann sie noch jung seind / macht mans mit saltz jn / unnd issets gleich wie andere kreüter / seind wolgeschmack. Wann es aber allt würdt / so gewindt es einen stengel elen hoch / mit vilen zweiglin / welche alle haben jre besondere scharpffe getrungene runde köpfflin / die seind mit herten unnd spitzigen dörnen zu ringßumbher wie ein stern umbgeben / der farb nach ein mal grün / dann etwas himelfarb / unnd zu zeiten bleychweiß. Die wurtzel ist schlecht und seer lang / daumens dick / außwendig schwartz / und inwendig weiß / eins zimlichen guten geruchs.

Statt seiner wachsung.

   Manßtrew wechst gern auff den dürren heyden. Am Rheinstrom auff ettlichen äckern / gemeinlich neben den wegstrassen. Bey Straßburg würt es auch in grosser menge gefunden.

Zeit.

   Menßtrew stoßt jre newe spargen bletter und stengel / neben den alten verdorrten disteln herfür im Aprillen. Sol aber umb Sant Johans des teüfferstag gesamlet werden.

Die natur und complexion.

   Manßtrew hat ein mittelmässige werme / unn ist einer subtilen substantz / unn trücknet nit wenig.

Die krafft und würckung.

   Die wurtzel in wein gesotten und getruncken treibt den harn / unnd bringt den frawen jre zeit. Stillt das bauchgrimmen / und vertreibt die bläst. Sie ist auch gut den lebersüchtigen / und denen so gifft getruncken haben / unn von gifftigen thiern gebissen. Ist sonst zu vilen dingen nützlich mit wilder Pasteney samen eins quintlin schwär getruncke. So mans anhenckt oder überlegt / so verzeret sie geschwulst / und knollen. Mit hönigwasser getruncken / ist sie gut denen so den fallenden siechtag haben / unn den krampff. In wasser gesotten unn getruncken / ist sie gut denen so das darmgicht haben. Es ist auch dise wurtzel ein sondere bewärte artzney für den lendenstein so sie stäts oder offt gebraucht würt.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de