Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Künigundkraut. Cap. C.

 

Abbildung Künigund kraut
Künigund kraut ( CXLVII )
Abbildung: Seite 280

Deutsch: Wasserdost
Deutsch: Kunigundenkraut
English: Hemp, agrimony
Francais: eupatoire cannabine
Latein: Eupatorium cannabinum

Namen.

K
Unigundkraut würt auch Wasserdost genent / darumb das es dem Dosten oder Wolgemut an der gestalt etwas gleich ist. Es würt von ettlichen Hirssenklee geheyssen / derhalben das die Hirsen so sie verwundt seind / sich selbs mit disem kraut heylen. Hat noch keinen Lateinischen namen gefunden / allein das die Apotecker / doch nit on grosse jrrthumb / sölchs kraut Eupatoriu nennen.. Es ist auch nit Hydropiper / als ettlich vermeynen / wie wir sölchs nach der leng in unserm Lateinischen kreüterbuch haben bewert.

Gestalt.

   Künigundkraut hat einen runden / langen / knöpffechten / braunen / und rauhen stengel / an welchem wachsen lange bletter / schwartzgrün / zerkerfft und zerschnitten beynach wie die Hanff bletter / am geschmack bitter. Am gipffel des stengels tregt es ein grosse kronen auß vilen kleinen leibfarben blümlin zusamen gesetzt / welche nach der zeitigung werden zu fliegendem samen vom wind hinweg getriben / wie an der Genßdistel und Hasenköl. Die wurtzel ist zasecht mit vilen zincken.

Statt seiner wachsung.

   Künigundkraut wechst auff den wasser gestaden / und andern feüchten orten. Fürnemlich aber bey den weihern / unnd still steenden wassern / oder die sonst langsam fliessen.

Zeit.

   Künigundkraut blüet nit ehe dann im Hewmonat und Augstmonat.

Die natur und complexion.

   Künigundkraut ist warm unn trucken im andern grad / oder mitten im dritten / welchs sein geschmack / der do seer bitter ist / klärlich anzeygt.

Die krafft und würckung.

   Das kraut / dieweil es seer bitter ist / reynigt / zerteylt / und seubert alle grobe feüchtigkeyt / so sich in den adern samlen. Derhalben so bringt es den frawen jre kranckheyt / treibt den harn / reynigt die brust und die lungen. Benimpt die verstopffung der leber / des miltzes / und anderer glider. Ist auch krefftig die wunden unn schäden zu heylen / derhalben ein recht gut wundtkraut. Ein rauch von disem gedörrten kraut gemacht / vertreibt alle gifftige würm. Ist auch nütz wider allerley gifft inwendig gebraucht.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de