Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Kerbelkraut. Cap. LXXVIII.

 

Abbildung Kerbelkraut
Kerbelkraut ( CXXII )
Abbildung: Seite 235

Deutsch: Kerbel, echter
English: Chervil
Francais: cerfeuil
Latein: Anthriscus cerefolium

Namen.

K
Erbel oder Körffelkraut würdt Griechisch und Lateinisch Gingidium geheyssen. Die Apotecker aber nennen es Cerefolium / unn ist doch nit das Cherefolium darvon Plinius schreibt / wie wir anderßwo sölchs haben gnugsam angezeygt.

Gestalt.

   Das Kerbelkraut ist dem Teütschen Peterlin oder wilden Pasteney in der erst beynach gleich / aber zärter / kleiner / unn zinnelechter zerkerfft. Die wurtzel ist weiß unn bitter. Der stengel glatt / braun leibfarb / hol / mit vilen neben ästlin / die blüen weiß. Der sam ist langlecht / schmal und spitzig.

Statt seiner wachsung.

   Kerbelkraut wechst allenthalben in gärten darinn es gepflantzt würt.

Zeit.

   Es blüet am meysten im Meyen / und bringt folgends seinen samen.

Die natur und complexion.

   Kerbelkraut hat kein offenbarliche werme / dann es auß warm und kalt vermischt ist. Trücknet aber im andern grad.

Die krafft und würckung.

   Kerbelkraut dient wol in die küchen / dann es nützlich ist zu essen row unnd gesotten. Man mag auch das Kerbelkraut jnmachen unn zum täglichen brauch behalten. Es bekompt dem magen treffenlich wol. Treibt den harn. Kerbelkraut in wein gesotten und getruncken / ist der blasen seer gut und bequemlich. Es leidet aber nit das mans lange zeit siede. Vorgemellter gestalt und massen genützt / bringt es den frawen jhre blödigkeyt. Das Kerbelkraut dieweil es bitter ist unnd zusamen zeücht / ist mehr ein artzney dann ein speiß.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de