Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Burretsch. Cap. LI.

 

Abbildung Borragen
Borragen ( LXXVII )
Abbildung: Seite 165

Deutsch: Gurkenkraut
Deutsch: Boretsch, echter
English: Beebread
English: Borage
Francais: bourrache
Latein: Borago officinalis

Namen.

D
As kraut so auff Teütsch würdt Burretsch genent / ist eben das so die Griechen Buglossum / unnd die Apotecker Borraginem nennen / wie wir das mit vilen worten in unsern Paradoxis haben bewärt / hie on not zu erzelen.

Gestalt.

   Burretsch hat einen rauhen feyßten stengel / seine bletter seind auch rauch / stechlecht / breyt / runtzelecht / schwartz wie des Wulkrauts / und neygen sich zu der erden / der gestalt nach einer küezungen nit ungleich. Der stengel würt oben auß in vil zweig oder ästlin zerteylt / die tragen liebliche gestirnte gantz himelblaw / ettliche auch schneeweisse blümlin. So die außfallen / wachsen schwartze körnlin darnach / etwan zwey / drey / oder vier neben einander in hülßlin / die oben offen seind.

Statt seiner wachsung.

   Burretsch wechst an ebnen und sandigen orten / würt aber yetzunder allenthalb in gärten gefunden.

Zeit.

   Blüet im Brachmonat / und weret den gantzen summer.

Die natur und complexion.

   Burretsch ist wermer unnd feüchter natur.

Die krafft und würckung.

   Die blümlin von der Burretsch in wein gelegt und darvon getruncken / machen frölich / unnd vertreiben die traurigkeyt / unnd allerley schwermütigkeyt. So sie mit hönigwasser gesotten werden / seind sie seer bequemlich unnd nützlich denen so im hals rauch seind / unnd derhalben husten. Der Burretsch staud so drey stengel oder zweiglin bringt / sol gut sein zu dem drittäglichen feber / mit wurtzel unnd samen in wein gesotten und getruncken. Welcher stock aber vier zweiglin hat / sol zu dem viertäglichen feber dienen / in maß unnd gestalt wie yetzunder angezeygt ist bereyt unnd genützt. Man mag auch zu gedachten febern den zucker vonn den blümlin brauchen. Das Burretsch kraut zu äschen gebrent / unnd mit hönigwasser vermengt / gibt ein heylsam mundwasser für allerley geschwär unnd verserung des hals / der zungen und zanfleysch / stäts damit gewäschen. Burretsch treibt auch den harn / und benimpt den durst. Das kraut darvon gekocht und gessen / ist gut zu den gebresten der leber.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de