Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

Aloen (049) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Burretsch (051)
 

Von Ro▀hub. Cap. L.

 

Abbildung Ro▀hub
Ro▀hub ( LXXVI )
Abbildung: Seite 163

Deutsch: Huflattich
English: Coltsfoot
Francais: pas d'Ône
Latein: Tussilago farfara

Namen.

R
Oßhub würdt diß kraut darumb genent / das die linden bletter mit jhren strämlin / ecken / und äderlin / einem Roßfuß gleich und änlich seind. Ettlich heyssens Brandtlattich der ursach halben / das es den brandt leschet. Auff Griechisch würt es Bechion / und zu Latein Tuffilago genent. Ursachen diser namen haben wir in unserm Lateinischen kreüterbuch angezeygt.

Gestalt.

   Roßhub hat bletter dem Ephew gleich / doch grösser / welcher sechs oder siben von einer wurtzel kommen / die seind gegen der erden weißlecht oder äschenfarb / auff der andern seiten aber grün / haben auch vil ecken und äderlin. Sein stengel / welcher weiß unnd harig ist / spannen hoch / bringt schöne geele gefüllte blumen / verleürt denselbigen bald. Die blumen vergon auch schnell / dann darauß werden graw wollechte köpfflin die fliegen darvon. Die wurtzel ist weiß unnd lang.

Statt seiner wachsung.

   Roßhub wechst gern bey den wassern / und an den feyßten ungebawten örtern / auff den feüchten äckern und gründen.

Zeit.

   Im anfang des Mertzen / Aprillen und Meyen / so bringt die Roßhub jhre wollechten stengel / und auff denselbigen die geelen blumen / on alle bletter. Daher kompt es daß dise blumen wenig kennen / dann so die bletter herfür kommen / darbey diß kraut leichtlich zuerkennen ist / so seind stengel und blumen schon vergangen / und werden bletter / stengel und blumen nimmer bey einander gefunden. Darumb seind auch vil gewesen die geglaubt haben / das diß kraut habe weder stengel noch blumen / das doch falsch unnd erlogen ist / dieweil sie beyde im Mertzen / Aprillen unnd Meyen / wie yetz angezeygt ist / gefunden werden. Welcher aber diß nit glauben wil / der grab die blumen auß mit der wurtzel unn setzes jn / so würt er sehen das mit der zeit die bletter herfür kriechen werden / die er nit leügnen kan das sie der Roßhuben seind. Dieselben aber bleiben darnach durch den gantzen summer.

Die natur und complexion.

   Roßhuben bletter so sie noch grün seind / külen und trücknen. Wann sie aber dürr werden / so gewinnen sie ein scherpffe / unn seind derhalben warmer natur.

Die krafft und würckung.

   Die bletter so sie noch grün zerstossen unnd übergelegt werden / leschen allerley hitz / und heylen das rotlauff. So sie aber gedörrt werden / und auff ein glut gelegt / unn der rauch darvon durch ein rhor in den mund empfangen würt / heylen sie den trucknen husten / unnd das keichen oder enge des athembs. Sie brechen auch die apostem der brust. Gleiche krafft hat auch die wurtzel / wann sie angezündt würt / und der rauch so darvon übersich geet in halß empfangen würt. Es ist auch zumercken das die grüne bletter des Roßhubs ein sondere artzney seien zu dem brandt so von dem fewr beschicht / darüber gelegt / und yederweilen von newen erfrischt.

nach oben

Aloen (049) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Burretsch (051)

© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de