Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Dyllen. Cap. IX.

 

Abbildung Dyll
Dyll ( XVI )
Abbildung: Seite 61

Deutsch: Dill, gewöhnlicher
English: Dill
Francais: fenouil puant
Francais: aneth
Latein: Anethum graveolens

Namen.

D
Yll / oder Dyllkraut würdt zu Latein und auff Griechisch Anethum genent / welchen namen es in den Apotecken behalten hat biß hieher.

Gestalt.

   Dyll wechst hoch übersich / mit runden stengeln / unnd vilen gewerblin unnd zweiglin / bringt kleine schmale bletter einem breyten faden nit ungleich / wie der Fenchel / darzu schöne geele gekrönte blumen. Der same ist breyt / einem kleinen blettlin gleich. Die wurtzel ist holtzecht / nit seer lang / unnd weiß. In summa / Dyll ist dem Fenchel der gestalt nach gantz gleich / also das sie nit leichtlich von einem yeden mögen underscheydet werden.

Statt seiner wachsung.

   Wechst allenthalben in den gärten do mans hin pflantzt. Kompt auch von sich selbs / wie der Fenchel.

Zeit.

   Blüet fürnemlich im Brachmonat unnd Hewmonat.

Die natur und complexion.

   Dyll ist warm im andern grad / oder im anfang des dritten / unnd im ersten trucken / oder im anfang des andern grads. Der gebrent Dyll ist warm unnd trucken im dritten grad.

Die krafft und würckung.

   Dyll samen und die öbersten gipffelin an den stengeln und zweiglin in wasser gesotten / bringen den frawen die versigene milch wider / stillet das grimmen / zerteylt die bläst unnd wind im bauch / stelt das würgen unnd den stulgang. Treibt den harn. Miltert das hexgen und auffstossen des magens. Macht die augen dunckel und finster. So man Dyllen offt trinckt und stätigs neüßt / tilgt er auß den samen der geburt dienstlich. Ein dampffbad auß Dyllen gemacht / oder gesotten und darauff gesessen / benimpt das auffsteigen der muter. Dyll samen zu äschen gemacht unn gepulvert / heylet die knöpff oder runtzel am hindern / condylomata genent. Dyll in öl gesotten / verzeret / lindert die schmertzen / macht schlaffen / und zeitiget die groben geschwulst. Gebrent Dyll ist gut zu den feüchten geschwären / und in sonderheyt heylet es die geschwär an den heimlichen orten.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de