Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

Fingerhutkraut (345) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Titelblatt (347)
 

Von wild Basilien. Cap. CCCXLVI.

 

Abbildung Wild Basilg
Wild Basilg ( CCCCCXV )
Abbildung: Seite 886

Deutsch: Steinquendel, gemeiner
English: Basil-thyme
English: Mother-of-thyme
Francais: basilic sauvage
Latein: Acinos arvensis

Namen.

W
Ild Basilien oder Basilg würdt allso genent / darumb das sie der zamen Basilien am geschmack und mit den blettern ettwas gleich ist. Bey den Griechen würdt es Ocimoides geheyssen / zu Latein Ocimastrum. Ist den Apoteckern unbekant.

Gestalt.

   Wild Basilien hat einen rauhen harigen vierecketen stengel / der ist bekleydet mit kleinen blettern / die seind dem zamen Basilien gantz gleich mit der gestalt und dem geschmack / doch nit so starck. Seine blümlin zu ringsumb den stengel seind braunfarb / oder purpurfarb. Wann die blümlin abfallen / so gewindt es kleine hülßlin oder häfelin / welche sich des Bilsenkrauts häfelin vergleichen / darinn ist kleiner schwartzer samen / dem schwartzen Coriander samen nit fast ungleich. Sein wurtzel sich fast im erdtrich außteylt / kreucht hin unn her mit jhren kleinen zarten fasen oder zaseln / hat keinen gebrauch in der artzney.

Statt seiner wachsung.

   Das wild Basilien wechst in sandigem erdtrich / neben den wassern / fürnemlich am Necker hin und wider.

Zeit.

   Blüet den gantzen summer biß in winter hinein / wann es kellte halben verderben muß.

Die natur und complexion.

   Das wild Basilien ist warmer unnd truckner natur / das man auß dem geschmack leichtlich mag abnemen / dann es bitter ist / unn zeücht ein wenig zusamen.

Krafft und würckung.

   Der samen der wild Basilien in wein gesotten und getruncken / ist gut denen so von schlangen unnd andern gifftigen thieren gebissen seind. Hatt auch alle ander tugend / wie Plinius anzeygt / die dem zamen Basilien werden zu gelegt / welche du magst in seinem Capitel suchen und lesen.
   Allso wöllen wir disen ersten theyl diß Kreüterbuchs hie beschliessen / unnd mit der zeit / wils Gott / den andern teyl / so wir schon haben angefangen / auch meniglichem zu nutz im truck lassen außgeen. Demselbigen unserm lieben Herrn unnd Gott sey lob ehr unnd breiß in ewigkeyt. Amen.

nach oben

Fingerhutkraut (345) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Titelblatt (347)

© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de