Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Psilienkraut. Cap. CCCXLII.

 

Abbildung Psilienkraut
Psilienkraut ( CCCCCIX )
Abbildung: Seite 876

Deutsch: Flohkraut
Deutsch: Wegerich, Floh-
English: Plantain, African
English: Fleaseed
English: Fleawort
English: Psyllium, black
Francais: herbe aux puces
Latein: Plantago afra

Namen.

P
Silienkraut würdt also genent von dem Griechischen namen / dann in derselbigen spraach ist es Psyllion geheyssen. Zu Latein Herba pulicaris / das ist / Flöhkraut / darumb das sein sam den flöhen gantz änlich ist. Der Griechisch nam ist in den Apotecken bliben / dann in denselbigen würdt es Psyllium genent auff den heütigen tag.

Gestalt.

   Psilienkraut hatt bletter dem kraut Kräenfuß geheyssen gleich / harig / aber lenger / unnd on zincken. Das ganz kraut wann es erstlich herfür kompt ist dem graß gleich. Sein stengel ist rund / harig / einer elen lang. Auff demselbigen gewint es geäherte langlechte köpfflin / die blüen geel / wann sie zeitig werden findt man darinn den kleinen samen / den flöhen gantz und gar änlich. Die wurtzel ist schlecht / weiß / mit vilen zaseln oder neben würtzelin.

Statt seiner wachsung.

   Psilienkraut wechßt nit von jhm selbs in unnsern Teütschen landen / so vil und mir bewüßt / sonder muß in den gärten gezilet werden. Wohin es aber einmal gepflantzt würt / besampt es sich alle jar selbs / und ist darnach nit leichtlich außzereuten.

Zeit.

   Psilienkraut blüet den gantzen summer / unnd hangen seine blümlin an den langen köpfflin / welche sich einem hundßkopff vergleichen. Sein sam würdt im Herbst zeitig.

Die natur und complexion.

   Der samen / welchen man fürnemlich in der artzney brauchen sol / ist kalt im andern grad / in der trückne aber und feüchte mittelmässig.

Krafft und würckung.

   Der Psilien samen mit rosen öl oder essig zerknütscht unnd übergelegt / bekompt wol dem schmertzen der gleych / weetagen des haupts / unnd andern geschwulsten des leibs / in sonderheyt aber dem rotlauff. Mit essig zerstossen und über die brüch der jungen kinder / auch über den nabel so zu ferr herauß geet gelegt / heylt er dieselbigen / und treibts hindersich. Mit schmaltz zerstossen / reyniget er die wunden. Der safft auß dem Psilienkraut getruckt mit hönig vermengt / unn in die fliessende ohren gethon / heylet dieselbigen. Man sagt / wann diß kraut dieweil es noch grün ist / in ein hauß getragen wird / so verhindert es das kein floh darinnen wachse. Diß kraut mit der wurtzel gesotten und übergeschlagen / heylt den zwang.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de