Leonhart Fuchs Werner Waimann

Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

Harstrang (228) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Teuffelßmilch (230)
 

Von Pfersichbaum. Cap. CCXXIX.

 

Abbildung Pfersichbaum
Pfersichbaum ( CCCXLI )
Abbildung: Seite 599

Deutsch: Pfirsichbaum
English: Peach
Francais: pêcher
Latein: Prunus persica

Namen.

P
Fersichbaum würt in Griechischer spraach Persice melea / in Lateinischer Persica malus genent. Hat sein namen darumb überkommen / das er auß Persia in unser land gebracht ist.

Gestalt.

   Der Pfersichbanm hat bletter dem Mandel laub gleich / aber grösser. Sein blust ist leibfarb / die frucht rund / einem apffel gleich / safftig / außwendig harig und wollecht / in der mitte hat sie einen rauhen und herten stein / darinn ist ein kern / dem Mandel kern seer gleich.

Statt seiner wachsung.

   Der Pfersichbaum wechßt allenthalben in gärten / in sonderheyt aber würt er vil in den weingärten gepflantzt. Er wechßt auch gern bey den wassern.

Zeit.

   Der Pfersichbaum ist fast der erst under den böume die do im früling blüen. Sein frucht aber würt erst gegen dem Herbst zeitig / und faulet bald.

Die natur und complexion.

   Die bletter des Pfersichbaums seind bitter / darumb jhre natur muß warm sein. Sein frucht aber ist kalt und feücht im andern grad.

Krafft und würckung.

   Die bletter von dem Pfersichbaum zerstossen und auff den nabel gelegt / tödten die würm. Sonst gebraucht zerteylen unnd verzeren sie allerley geschwulst und feüchte. Die Pfersich und jhr safft werden leichtlich im magen zerstört / unn bringen derhalben schaden. Sollen demnach vor anderer speiß genommen werden / dann so sie auff die andern speiß gessen werden / so verderben sie dieselbigen mit sich. Die zeitigen Pfersich row erstlich vor andrer speiß gessen / machen den bauch weych. Die unzeitigen aber / unn so noch herb seind / stopffen. Dürre Pfersich gekocht und die brüe darvon getruncken / stellen die flüß des magens / unnd des bauchs. Die bletter gedörrt unn gepulvert in die frischen wunden gestrewet / heylen dieselbigen. Die Pfersich kern mit öl und essig zerstossen unn angestrichen legen den weetagen des haupts. Das gummi vom Pfersichbaum ist gut zu dem bauchfluß. Dasselbig mit wein vermischt / bricht den stein. Mit essig zerstossen / heylet es die geflecht. Mit Saffran gesotten / lindert es die geschwulst der kelen / unn vertreibt die reuhe derselben. Diser gummi ist auch treffenlich gut denen so blut speien. Er reyniget die brust und lungen. Die blust des Pfersichbaums mit zucker jngemacht / lindern den bauch unn purgieren gar senfftiglich.

nach oben

Harstrang (228) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Teuffelßmilch (230)