Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Buchampffer. Cap. CCXIII.

 

Abbildung Buchampffer
Buchampffer ( CCCXX )
Abbildung: Seite 564

Deutsch: Sauerklee, Wald-
English: Wood-sorrel
Francais: oseille des bois
Francais: alléluia
Latein: Oxalis acetosella

Namen.

B
Uchampffer nent man auch Saurenklee / Buchklee / Buchbrot / Gauchklee / Guckgauchklee / und Hasenklee. Auff Griechisch unn Lateinisch Oxys / in den Apotecken Trifolium acetosum und Alleluya. Sonst von den gemeinen kreütlern würt es Panis cuculi / das ist / Guckgauch brot geheyssen.

Gestalt.

   Buchampffer ist ein niders kreütlin. Seine blettlin so erstlich herfür kommen seind gefalten unnd zusamen gelegt / darnach so sie sich auffthun / seind sie schön schweitzergrün / allwegen drey auff einem besondern khleinen kürtzen styl / die seind in der mitte zerkerfft / unn am geschmack saur. Neben den Kleeblettern tringen die weissen schellechten blume herfür / ein yede auch sonderlich auff jrem styl. Dise blümlin seind durchauß mit kleinen purpurfarben äderlin underzogen. Nach abfallung derselbigen werden kleine spitzige köpfflin darauß / mit geelem samen gefüllt. Die wurtzel ist knöpffecht / braunrot / und lang.

Statt seiner wachsung.

   Der Buchampffer wechßt gemeinlich in wälden / an den felsen / oder auff den wurtzeln der grossen böum. Man findt jn auch an wässerigen stetten / unnd in ettlichen hecken / als umb Tübingen gleich an der statt so man zwüschen den gärten auff den Osterberg geet.

Zeit.

   Buchampffer blüet fürnemlich im Aprillen und anfang des Meyen / wann der Guckgauch anfahet zu schreyen. Die erfarnuß aber gibts das desselben jars so der Buchampffer überschwencklich blüet / grosse wasser kommen.

Die natur und complexion.

   Der Buchampffer hat einerley complexion unn natur mit dem Saurampffer / welcher kalt und trucken ist.

Krafft und würckung.

   Buchampffer ist treffenlich gut gessen / oder gesotten unn getruncken / denen so ein blöden unnd schwachen magen haben. Item den so brochen seind. Er ist auch gut zu heylen allerley wunden / geschwär / und fistel / in sonderheyt aber zu der mundfeule. Er lescht den durst / und in summa / hat alle würckung und tugent so dem Saurampffer werden zugelegt.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de