Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Oleander. Cap. CCV.

 

Abbildung Oleander
Oleander ( CCCV )
Abbildung: Seite 542

Deutsch: Oleander
English: Oleander
Francais: laurier rose
Latein: Nerium oleander

Namen.

O
Leander würt auff Griechisch und Lateinisch Nerion / Rododaphne / unnd Rododendrum genent / in den Apotecken Oleander. Warumb aber diß gewechß sey also geheyssen worden / hab ich im Lateinischen kreüterbuch gnugsam angezeygt.

Gestalt.

   Oleander hat bletter wie der Mandelbaum / aber lenger und dicker. Sein blum ist den Rosen nit ungleich. Die frucht ist lang / wie ein horn gestalt. So sie sich auffthut / ist sie inwendig voller samen / der ist harig und rauch. Die wurtzel ist lang / holtzecht / spitzig / und am geschmack gesaltzen.

Statt seiner wachsung.

   Der Oleander wechßt gern bey den wassern / am meer / und würdt auch in gärten gezilet.

Zeit.

   Wann der Oleander blüet unnd frucht bringt / ist uns diser zeit nit bewüßt / dann wir haben allein die bletter daran gesehen / darumb auch das gemäl allein dieselbigen anzeygt / on die blumen.

Die natur und complexion.

   Der Oleander ist warm im anfang des dritten grads / unn trucken im andern.

Krafft und würckung.

   Die bletter und blumen des Oleanders tödten die hund / esel / und andre vierfüssige thier mehr. Aber mit wein jngenommen und getruncken / seind sie den menschen ein heylsam artzney wider die bissz der gifftige thier / in sonderheyt so man Rauten darzu thut. Der Oleander sol aber nit allein gebraucht werden / dann Galenus schreibt das er auch den menschen / und nit allein den vierfüssigen thieren schedlich und tödtlich sey / so er innerlich in leib genommen werde. Er ist aber sonderlich den schaffen und geyssen schedlich / dann so man seine bletter allein in ein wasser legt und laßt die schaff unnd geyß darvon trincken / sterben sie. Darumb sol er allein eüsserlich gebraucht werden / dann er zerteylt und verzert.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de