Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Springkörnern. Cap. CLXXIII.

 

Abbildung Springkraut
Springkraut ( CCLV )
Abbildung: Seite 459

Deutsch: Wolfsmilch, kreuzblättrige
English: Spurge, caper
Francais: épurge
Francais: catapuce
Latein: Euphorbia lathyris

Namen.

S
Pringkorn oder Springkraut / würdt auch Treibkorn genent / darumb das unden und oben außtretbt. Springkraut aber ist es geheyssen worden derhalben / das sein same außspringt. Auff Griechisch und Lateinisch würdt sölch kraut Lathyris genent. In den Apotecken Cataputia minor. Welcher namen aller ursachen findstu im Lateinischen kreüterbuch nach der leng angezogen.

Gestalt.

   Springkraut bringt einen stengel der ist braunfarb / elen lang / hol / fingers dick / mit langen feyßten blettern bekleydet / welche sich mit den Mandelblettern vergleichen / auff der einen seiten weißfarb. Am gipffel gewindt der stengel vil ästlin unnd neben zweiglin / mit kürtzen unnd kleinen blettlin besetzt / die sich mit den blettern der Holwurtz oder Ephew etwas vergleichen. Zwüschen denselbigen bringt es seine frucht / das seind grüne nüßlin / ein yedes mit dreyen fechlin oder heüßlin underscheyden / und in einem yeden fechlin ein korn / das ist rund / und grösser dann die Erven. So bald die nüßlin dürr werden / springen sie mit einem knall von der sonnen hitz auß. Die körner so mans schelet / seind weiß unn süß / zu letzst aber brennen sie als der Aron. Die wurtzel ist klein / holtzecht / unnd on allen brauch. Das gantz kraut ist ein recht milchkraut / dann stengel / bletter / und alles was daran ist geben überflüssige weisse zähe milch.

Statt seiner wachsung.

   Springkraut wechßt gern an sandigen / doch gebawten orten. Wechßt fast in allen gärten.

Zeit.

   Im Herbst würdt der same gesamlet / wann die nüßlin / darinn er ist / etwas dürr werden.

Die natur und complexion.

   Springkraut ist warm im dritten grad / und feücht im ersten.

Die krafft und würckung.

   Sechs oder siben Springkörner für sich selbs / oder mit Feigen / oder Datteln jngenommen / reynigen den leib durch den stulgang / unn treiben auß Flegma / die gallen / und das wasser. Der milch safft hat gleiche krafft / aber derselbig ist schedlicher in leib genommen / weder die körner. Die bletter mag man in hennen oder fleyschbrüe sieden / und dieselbigen trincken / hat gleiche würckung. Der safft ist vil mehr eüsserlich dann innerlich zu brauchen / zu etzen / brennen / und verzeren die bösen wärtzen / überigs fleysch / böse flecht und dergleichen.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de