Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von wildem Galgan. Cap. CLXXII.

 

Abbildung Wilder Galgan
Wilder Galgan ( CCLIIII )
Abbildung: Seite 457

Deutsch: Galgant, wilder
Deutsch: Zyperngras, langes
English: Galingale
Francais: souchet (long, odorant)
Latein: Cyperus longus

Namen.

W
Ilden Galgan haben die Griechischen und Lateinischen Cyperum oder Cypirum genent / welcher nam biß auff den heütigen tag in den Apotecken verharret ist.

Gestalt.

   Wilder Galgan hat bletter als der lauch / aber lenger / kleiner und herter. Sein stengel ist eins elenbogens hoch / unnd zu zeiten auch höher / ecket / in welches gipffel wachsen kleine blettlin / unn zwüschen denselbigen der same. Die wurtzel ist zasecht und lang / in einander geschrenckt / an ettlichen orten rund wie die Oliven / an ettlichen aber klein / an der farb schwartz / eines guten geruchs / und bitter.

Statt seiner wachsung.

   Der wild Galgan wechßt gern an wässerigen / doch gebawten orten. Inn unsern landen / so vil mir bewüßt / wechßt er nit von jhm selbs / sonder muß gepflantzt werden inn gärten / wie ich dann gethon hab mit disem der hierin abgemalet ist.

Zeit.

   Die kleine blettlin in der höhe mit dem samen gewindt er im Brachmonat und Hewmonat.

Die natur und complexion.

   Die wurtzel des wilden Galgan / welche werden in der artzney gebraucht / seind warm und trucken / haben gar kein scherpffe.

Die krafft und würckung.

   Die wurtzel treibt den harn / ist auch gut denen so das grieß haben / wassersüchtig seind / gesotten und getruncken. Gesotten und zerstossen nachfolgends übergeschlagen / bekompt sie wol denen so vonn natern gebissen seind. Sie ist treffenlich gut und nützlich den frawen so die muter übersich steigt / warm übergeschlagen. Bringt auch den frawen jhre zeit diser gestalt gebraucht. Gedörret und gepulvert in die geschwär des munds gestrewet / oder mit wein oder essig vermischt und angestrichen / ob sie schon umb sich fressen / heylet sie dieselbigen. Sie ist auch treffenlich gut zu den geschwären an den gemechten / diser gestalt gebraucht. Die wurtzel in wasser gesotten und getruncken / ist nützlich dem husten. Der sam gedörrt / und in wasser jngenommen / stellt den bauchfluß / und der weiber kranckheyt / wie Plinius schreibt / und bringt weetagen des haupts.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de