Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Salbey. Cap. XCII.

 

Abbildung Groß Salbey
Groß Salbey ( CXXXVII )
Abbildung: Seite 263

Deutsch: Salbei, echter
English: Sage, common
Francais: sauge (ojficinale)
Latein: Salvia officinalis
 

Abbildung Creütz Salbey
Creütz Salbey ( CXXXVIII )
Abbildung: Seite 264

Deutsch: Salbei, Kreuz-
Deutsch: Salbei, griechischer
English: Sage, three-lobe
English: Sage, Greek
Latein: Salvia fruticosa

Namen.

S
Albey würdt von den Griechen genent Elelisphacon / von den Lateinischen Salvia / welchen namen die Apotecker behalten haben. Ursachen aber diser namen haben wir nach der leng in unserm Lateinischen kreüterbuch angezeygt.

Geschlecht.

   Des Salbey seind zwey geschlecht / groß unn klein. Der groß Salbey / würt also geheyssen von der grossen und breyten bletter wegen / darumb nennt man jhn auch breyt Salbey. Der klein Salbey hat schmelere unnd kleinere bletter / würt auch spitz Salbey / und edler Salbey geheyssen. Man nent jhn auch Creutz Salbey / vonn wegen der zweyer angehenckten örlin am styl oder end des blats / welche einem creutz gleich seind.

Gestalt.

   Der groß Salbey ist ein staud mit vilen ästen und stengeln / welche vierecket und weißlecht seind. Seine bletter vergleichen sich ettlicher maß mit den Kütten blettern / seind aber lenger / herter / dicker / unn rauch / runtzlecht wie ein beschaben abgetragen wulle kleyd / weißlecht und eines starcken geruchs. Die blumen seind purpurbraun mit weiß vermischt / gekrümpt wie ein Adler schnabel. So dise abfallen / bringt er in den heüßlin oder secklin same / dem Scharlach gleich. Der klein Salbey ist dem vordrigen gleich / aber seine bletter seind schmeler / kleiner und weisser / oder mehr äschenfarb / und haben am styl unden zwey kleine angehenckte örlin / die man am grossen nit findt.

Statt irer wachsung.

   Salbey wechst gern an rauhen orten / doch beyderley geschlecht pflantzt man in allen gärten.

Zeit.

   Salbey blüet im Brachmonat und Hewmonat / und bringt auch zu seiner zeit den samen.

Die natur und complexion.

   Salbey wermet und zeücht zusamen.

Die krafft und würckung.

   Salbeyen bletter in wasser gesotten und getruncken treiben den harn / bringen den frawen jhre zeit / unnd treiben auß die todten frucht. Mit disem wasser gezwagen / macht schwartz har. Salbey ist auch gut zu allerley wunden / seubert dieselbigen unn heylet sie. Salbey stellet das blut so auß den wunden laufft darüber gelegt. Die bletter und äst in wein gesotten unnd darmit gewäschen / vertreiben das iucken an den gemechten. Salbey übergelegt / heylet die bissz der gifftigen Thiern. Salbey mit Wermut gesotten und getruncken / heylet die rot rhur. Salbey übergelegt / zeücht die würm auß den ohren. Die bletter in wasser gesotten / vertreiben den husten / unn die weetagen der seiten. Salbey ist gut der verstopfften leber.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de