Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

Schwalbenwurtz (045) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Sternkraut (047)
 

Von Erdnussen. Cap. XLVI.

 

Abbildung Erdnussen
Erdnussen ( LXXII )
Abbildung: Seite 155

Deutsch: Erdeichel
Deutsch: Ackernuss
Deutsch: Platterbse, Knollen-
English: Pea, earth-nut
English: Earth-chestnut
English: Pea, tuberous
Francais: gland de terre
Francais: gesse tubéreuse
Latein: Lathyrus tuberosus

Namen.

E
Rdnussen werden auch genent Erckelen / Erdfeygen / und Erdmandel / darumb das an der wurtzel schwartze langlechte gewechß hangen / die sich den Haselnussen / oder zeitigen feygen / oder den mandlen vergleichen.

Gestalt.

   Erdnuß hat zwey / drey oder vier ästlin unnd stenglin / zu zeiten auch mehr / die seind gantz klein und zart / gegen der erden rotlecht / oder braunfarb / wachsen nit hoch übersich / aber die weil sie auch jhre fäden haben / darmit sie sich anhencken / kreüchen sie mit hilff der selbigen übersich in die höhe. Die bletter vergleichen sich der gestalt nach den Rauten blettern / doch seind sie lenger / unnd gantz grün. Die blumen rosenfarb / eins lieblichen geruchs / nit ungleich / der gestalt nach / der Wicken oder Erven blume. Nach den blumen gewindt sie schäflin / darinn ist kleiner samen. Die wurtzel ist lang / unnd dünn / unnd wachsen daran kleine rüblin oder nüßlin / welch den kleinen pirn gleich seind / erden farb / jnwendig weiß / eins süssen geschmacks / fast wie die Castanien.

Statt seiner wachsung.

   Erdnuß wechst in dem treyd / in sonderheyt in den Weytzen / Gersten / und Spelten feldern / welche die sew so sie darinn kommen / unnd dise nüßlin suchen / seer zerwülen / dann sie seind derselbigen artzney.

Zeit.

   Blüet im Brachmonat / zu welcher zeit man die liebliche wolriechende blümlin suchen soll.

Die natur und complexion.

   Die Erdtnussen seind zimlich warm unnd trucken / das man leichtlich auß jrem süssen geschmack kan abnemen.

Die krafft und würckung.

   Der oberst teyl an der wurtzel jngenomen / treibt auß die gallen / unnd kalte schleimige feüchte / Phlegma genent / durch das würgen unnd speien. Der underst teyl aber / durch den stulgang. So sie aber gantz genommen würt / so treibt sie unden unn oben. Diser wurtzel safft ungevärlich biß auff den dritten teyl eins quintlins jngenommen und getruncken / purgiert unden unn oben. Den safft muß man aber diser gestalt samlen. Die nüßlin oder würtzlin soll man stossen / und in ein becken voller wasser legen / unnd wol durcheinander rüren / unnd mit einer federn den safft so auff dem wasser schwimmet samlen / unnd trucken lassen werden / unnd brauchen. Man mag auch gedachten safft den wassersüchtigen jngeben. Die erfarnuß gibts auch zuerkennen / das dise nüßlin machen unwillen / und begir zu speien.

nach oben

Schwalbenwurtz (045) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Sternkraut (047)

© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de