Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von wilden Wicken. Cap. XXXVIII.

 

Abbildung Wild Wicken
Wild Wicken ( LX )
Abbildung: Seite 135

Deutsch: Wicke, Zaun-
English: Vetch, bush
Francais: vesce des haies
Latein: Vicia sepium

Namen.

W
Ild Wicken würdt sonst auch bey den Teütschen S. Christoffelßkraut genent / auff Griechisch und Lateinisch Aphace. Von den gemeynen kreütlern Os mundi / und Vitia sylvestris.

Gestalt.

   Wild Wicken ist ein kleiner staud / höher dann die Linsen / mit zarten / unnd zu beyden seiten des stengels gefiderte blettlin / henckt sich mit seinen fäden an. Die blumen seind purpurbraun / vergleichen sich der blüet an den Erbsen / doch kleiner. Dise blumen werden zu schotten / grösser dann an den Linsen / darinnen seind drey oder vier Wicken / schwertzer unnd kleiner dan die Linsen.

Statt seiner wachsung.

   Dise Wicken wachsen von sich selbst in feldern und hecken.

Zeit.

   Diß gewechß blüet im Meyen / unn nachfolgendts so bringts seinen schwartzen samen in den schotten.

Die natur und complexion.

   Die wilden Wicken haben ein zimliche unnd mittelmässige werme / aber sie trücknen seer.

Die krafft und würckung.

   Gedachte Wicken ziehen zusamen / derhalben so mans dorret / stoßt / unnd überlegt / oder trinckt darvon / das wasser / darinn sie gesotten seind / stellen sie das würgen unnd den bauchfluß. Diser Wicken drey oder vier gessen / stillen den sodt / und das sawrauffstossen des magens. In summa dise Wicken seind im stellen krefftiger dann die Linsen / sonst haben sie fast einerley brauch unnd würckung.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de