Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von welsch Distel. Cap. CCCXL.

 

Abbildung Welscher Distel
Welscher Distel ( CCCCCVI )
Abbildung: Seite 871

Deutsch: Kugeldistel, große
English: Thistle, great globe
English: Thistle, pale globe
Francais: boulette
Latein: Echinops sphaerocephalus

Namen.

W
Elschen distel nennen wir diß gewechß / darumb das frembd ist / unnd in unsern landen von sich selbs nit wechßt. Wie es bey den alten sey geheyssen worden / kan ich noch diser zeit nit wissen / dann es gewißlich nit Chamaeleon niger ist wie ettlich meynen / unn wir sölchs auch in unserm Lateinischen kreüterbuch gemellt haben. Ist den Apoteckern auch unbekant.

Gestalt.

   Welsch Distel hatt einen runden hohen fingers dicken braunen harigen stengel. Jre bletter seind groß / bleychgrün / auff der einen seiten gar äschenfarb / und wollecht / zu beyden seiten zerschnitte / haben keinen scharpffen stechenden dorn. Am gipffel der stengel bringt sie schöne runde ygels köpff / die blüen weiß / doch mit wenig blaw undermischt. Wann sie zeitigen so ligt grawer samen darinn verborgen / der vergleicht sich fast den Habern / allein das er oben auß seer harecht ist. Die wurtzel ist schwartz und holtzecht.

Statt seiner wachsung.

   Dise Distel / wie vormals auch ist angezeygt worden / wechßt nit vonn jhrselbs in unsern landen / sonder muß in gärten gepflantzt werden. Unn wo sie einmal würt hin gepflantzt / besampt sie sich darnach alle jar selbs. Bekompt gern.

Zeit.

   Dise welsche Distel blüet im Hewmonat / unnd bringt volgends im Augstmonat jren rauhen harigen samen.

Krafft und würckung.

   Wiewol wir noch kein besondere erfarung von disem schönen gewechß haben / doch nichts dester weniger haben wirs lassen cotrafayten umb seiner schöne willen / darmit jm andere auch vleissig nachgedechten / unnd erforschten wie es bey den alten geheyssen were. Dieweil und aber die Walhen dise distelköpff so sie noch jung seind bey den hünern und anderm fleysch kochen / wie auch den Strobildorn / acht ich das sie in der würckung unn natur auch nit weit von einander seind. Wer dieselbigen begert zu wissen der such sie oben an seinem ort.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de