Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

Siben gezeit (287) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Sisern (289)
 

Von Steinklee. Cap. CCLXXXVIII.

 

Abbildung Grosser Steinklee
Grosser Steinklee ( CCCCXXX )
Abbildung: Seite 745

Deutsch: Steinklee, echter
English: Melilot, common?
Francais: méliot (officinal)
Latein: Melilotus officinalis

Namen.

S
Teinklee / oder geeler Klee / würt von ettlichen auch geeler Steinbrech geheyssen / ist nichts anderst bey dem Dioscoride unn andern Griechen / dann Lotos agrios / auff Lateinisch Lotus sylvestris / das ist / wilder Lotus oder Klee geheyssen. Die allten Römer haben diß kraut Trifolium minus / das ist / kleinen Klee genent / on zweifel von wegen der bletter / die etwas schmeler seind weder der andern Klee / fürnemlich aber dann des zamens Klees / darvon wir im vorgeenden Capitel geschriben haben. Die Apotecker brauchen diß gewechß für Melilotu / doch nit on jrthumb / wie wir sölches im Lateinischen kreüterbuch mit mehren worten haben angezeygt.

Gestalt.

   Steinklee hat einen runden stengel der würt zweyer elen hoch / und etwan auch höher / mit vilen zweiglin oder ästlin. Seine bletter seind dem Wisenklee / oder des Bockßhorns blettern gleich / zu ringßumbher zerkerfft / allwegen drey an einem styl. Die blümlin seind geel geähert / an der gestalt den Erbsen blumen gleich / aber kleiner / sehen undersich / und riechen wol. Nach abfallung der geäherten blümlin / wachsen runde schöttlin oder secklin hernach / darinn ist der samen / welcher dem Bockßhorn / das man Foenograecu nent / gar gleich ist / am geschmack den blümlin gleich. Die wurtzel ist lang / wie ein kleins rüblin gestalt.

Statt seiner wachsung.

   Steinklee wechßt auff den äckern / und allenthalben an den rheynen.

Zeit.

   Steinklee blüet den gantzen summer / fürnemlich aber im Hewmonat.

Die natur und complexion.

   Steinklee / fürnemlich aber der samen / ist warm unn trucken im andern grad.

Krafft und würckung.

   Der Steinklee wermet / und seubert zimlich. Darumb mit hönig vermengt und angestrichen / nimpt er hinweg allerley flecken und masen des angesichts. Gedörrt / zu pulver gestossen / unn in süssem wein getruncken / ist er nützlich zu den weetagen der blasen. Er treibt den harn / zermalt den stein / zerteylt unnd treibt auß die zähen groben feüchtigkeyt so sich umb die brust unnd lungen gelegt hat. Der safft von den blumen oder blettern außgetruckt / ist gut zu den dunckeln augen / und macht ein lauter gesicht / dann er zerteylt und verzert die fäl darinn. Diß kraut nimpt hinweg die verstopffung der leber und des miltz.

nach oben

Siben gezeit (287) vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis folgendes Kapitel Sisern (289)

© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de