Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Barbarakraut. Cap. CCLXXXV.

 

Abbildung Barbarakraut
Barbarakraut ( CCCCXXVII )
Abbildung: Seite 739

Deutsch: Winterkresse, echte
Deutsch: Barbenkraut
Deutsch: Barbarakraut, echtes
English: Rocket, yellow
English: Cress, winter common
Francais: herbe de Sainte Barbe
Francais: julienne jaune
Latein: Barbarea vulgaris

Namen.

D
As Barbarakraut scheinet sein ein zerstörter nam von den Lateinischen worten her / Carpentariorum herba / dann also ist zu Latein diß kraut genent worden / derhalben das die wagner unnd schreiner sölchs zur heylung der wunden seer gebraucht haben. Dieweil nun unnser Teütschen gehört haben das diß gewechß Carpentaria herba ist geheyssen worden / haben sie auß dem wörtlin Carpentaria / Barbara gemacht / wie sie auch in vilen andern dergleichen kreütern gethon haben. Plinius hat gegenwertigs kraut Scopam regiam unnd Sideritin latifoliam genent / darumb das es mit seinen geelen drauschelechten blümlin einem besem gleich ist / und breyte bletter hat.

Gestalt.

   Das Barbarakraut hat einen runden / vesten stengel / mit vil holkelen oder fürchlin geziert. Seine bletter seind rund / feyst / zäch / glitzend / dem Epffichkraut nit seer ungleich / doch breyter. Am öbersten teyl der stengel gewindt es vil kleiner geeler blumen / auß welchen / so sie abfallen / werden kleine lange und runde schotten / darinn der klein samen verschlossen ist. Die wurtzel ist ettwas dick / und lang / kreücht überzwerch im erdtrich her.

Statt seiner wachsung.

   Das Barbarakraut wechßt allenthalben auff den heyden und rechen.

Zeit.

   Diß gewechß / Barbarakraut geheyssen / blüet fürnemlich im Meyen unnd Brachmonat / bringt darnach seinen samen.

Die natur und complexion.

   Barbarakraut ist warmer unn truckner natur / das man auß dem geschmack wol kan abnemen / dann am versuchen scheint es erstlich etwas scharpff sein / darnach zeüchts ein wenig zusamen.

Krafft und würckung.

   Diß gewechß ist ein wundkraut / wie sölchs die täglich erfarung / und die alten auch bezeugen. Sol aber fürnemlich zu den wunden gebraucht werden so unreyn seind / unnd faul unnütz fleysch haben / dann dieweil es seer trücknet / reyniget es dieselbigen / und verzert das überig fleysch.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de