Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von Maioran. Cap. CCLIX.

 

Abbildung Maioran
Maioran ( CCCLXXIX )
Abbildung: Seite 663

Deutsch: Majoran
English: Majoram, sweet
Francais: marjolaine
Latein: Origanum majorana

Namen.

M
Aioran oder Meiron würdt in Griechischer spraach Sampsychon und Amaracon genent / zu Latein Maiorana und Amaracus. Die Apotecker haben den namen Maiorana behalten.

Gestalt.

   Maioran ist ein fast zart kraut mit vilen braunen ästlin / hat zarte kleine blettlin / nit über eins pfennigs breyt / dunckel / äschenfarb grün / lind und weych / eins seer lieblichen geruchs. Zwüschen den blettlin gegen dem gipffel der ästlin und stengelin gewindt er seer kleine weisse blümlin / so sie abfallen bringt er seinen gar kleinen braunen samen in runden kleinen böllin. Sein wurtzel ist holtzecht / schwartzlecht / mit vilen zaseln.

Statt seiner wachsung.

   Maioran würt allenthalben in scherben und wurtzgärten gezilet. Er will aber schatten haben / und offt begossen werden / darzu begert er mist.

Zeit.

   Maioran ist ein recht summerkraut / mag keinen frost leiden / darumb er gegen dem winter muß außgesetzt / unn in warmen kellern behalten werden. Blüet fast den gantzen snmmer.

Die natur und complexion.

   Maioran ist warm und trucken im dritten grad / unn einer subtilen substantz.

Krafft und würckung.

   Maioran kraut in weissem wein gesotten / ist nütz getruncken denen so anfahen wassersüchtig zu werden. Treibt / also genützt / den harn / unnd lindert das grimmen im leib. Meiron kraut gedörrt / zu pulver gestossen / mit hönig vermengt unnd übergelegt / verzert das undergerunnen blut. Ein zäpfflin auß Maioran gemacht und in die muter gethon / bringt den frawen jre blödigkeyt. Maioran mit saltz und essig vermischt übergeschlagen / ist gut denen so von den scorpion gestochen seind. Ein pflaster auß wachß und Maioran gemacht und übergelegt / richtet widerumb jn die verruckte glider. Dergleichen gebraucht / verzert er allerley geschwulst so von kelte kompt. Maioran in die nasen gethon / macht niesen. Sein safft dermassen gebraucht / reyniget das hirn. Auff die zungen gestrichen / bringt er die spraach widerumb / sterckt das hirn und die gedechtnuß.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de