Leonhart Fuchs
W. Waimann
Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543

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Von gulden Guntzel. Cap. CXLVII.

 

Abbildung Gulde Guntzel
Gulde Guntzel ( CCXIX )
Abbildung: Seite 399

Deutsch: GŁnsel, kriechender
English: Bugle, common
Francais: bugle
Latein: Ajuga reptans

Namen.

G
Ulden Guntzel / dieweil es ein wundtkraut ist / würt zu unsern zeiten Consolida oder Solidago media genent. Ob aber die allten diß kraut auch erkennet haben / ist uns noch unwissendt.

Gestalt.

   Gulden Guntzel gewindt einen vierecketen / harigen stengel / an welchem von gleych zu gleych wachsen allwegen zwey rauhe und harechte bletter / zu ringßumbher zerkerfft / den Müntzen blettern nit seer ungleich. Von mitten an des stengels biß in den gipffel / zwüschen den blettlin wachsen schöne blawe blümlein herauß / deren seind allwegen sechs oder siben. Die wurtzel ist holtzecht / mit vilen zaseln / die hin und wider in dem erdtrich kriechen.

Statt seiner wachsung.

   Gulden Guntzel wechst auff ettlichen wisen / und in der höhe auff den graßechten äckern.

Zeit.

   Blüet am meysten im Meyen und Brachmonat.

Die natur und complexion.

   Gulden Guntzel ist warm und trucken / dann sie ist am geschmack bitter / und zeücht zusamen.

Die krafft und würckung.

   Gulden Guntzel heylet wunden / zerstossen und darüber gelegt / oder gedörrt zu pulver gestossen / und darinn gestrewt. Gulden Guntzel gesotten und getruncken zerteylt das gerunnen unn gestockt blut im leib. Den mund mit dem wasser darinn gulden Guntzel gesotten ist außgewäschen / heylet die mundtfeule / und andere geschwär des munds. Die geschwulst damit gewäschen / oder also warm das kraut darüber gelegt / verzeret dieselbigen. Wann einer den wolff geritten hat / sol er das pulver von gulden Guntzel darinn strewen / so heylet es denselben vonn stundan. Es ist auch gut zu allerley geschwär / so sich an den gemechten und därm erzeygen.

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© 02.05.2011 E-Mail kreuterbuch@waimann.de