Titel Erneuerte Land Gebott

anders / wie bißher / weitläuffig angezaigt / mit Reymen oder sonst / auff was Weiß es geschicht / ansegnen / und es das Ansehen hat / als wann sie allein einen haimblichen Pact oder Verstand und Bündnuß / oder Gemainschafft mit dem bösen Feind haben / dieselben sollen / wie es Gerichts Gebrauch / und Rechtens ist / examiniert, und befragt werden / wie lang / unnd wie offt sie dergleichen Aberglauben gebraucht / wann und zu was Zeit / auch von wem sie solche gelernet. Im Fall dann auff dergleichen vorgehendes fleissiges und gerichtliches Examen unnd Erforschung / oder Befragen / kein genugsambes Indicium, Anzaigt oder Vermuthung eines außtrucklichen Pacts, Verbündtnuß oder Verständnuß mit dem bösen Feind erscheinet / oder zuverspühren ist / so soll alsdann gegen einem solchem mit hieobvermeldter Straff oder fäncklicher Enthaltung mit Wasser und Brodt / oder aber Verschickung an einen Bau / gegen Liferung der nothwendigen Leibs=Underhaltung / auff ein Monath lang / oder aber mit offentlicher Fürstellung für die Kirchen an einem Sonn= oder Feyrtag / jedermänniglich zum Spott oder Züchtigung mit der Ruthen zu ain= oder zwaymahl verfahren / doch sollen nach Befindung deß Handels / unnd wann jemand der mit Aberglaubischen Sachen umbgehet / aber doch mit dem bösen Feind kein außtrucklichen Pact oder Verbündnuß / noch zuschaffen hat / mit manich= unnd villerley Aberglauben behafftet / gegen denselben auch die Straff gemehret / und wann er zum andernmahl kommet / jhme solche Straffen doppelt gemessen werden. Ließ er sich dann hierüber nochmalen in disem und dergleichen Lastern der Superstitionen und Aberglauben betretten / und kehret sich nit an die vorige Straffen / sonder verfuhr in solchem seinen argen

Seite 37 des "Erneuerte Land Gebott" von 1665
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