Titel Erneuerte Land Gebott

21. Ferners beschicht das Schatzgraben gemainiglich mit verdächtigen Aberglaubischen Künsten / und zwar layder gar offt mit außtrucklicher Anrueffung des Teuffels. Wann aber nichts darbey im Namen deß bösen Geists beschicht oder fürgehet / auch keine natürliche Anzaigen eines Schatzs verhanden seyn / ist es allein für ein blosse Superstition zuhalten / welche jedoch wie nit weniger / was dergleichen / wie fürkombt / vast durchgehend und ohne Scheuh bey dem Brunnengraben unnd in Bergwercken fürgeht / nach Innhalt und Außweisung gegenwertigen Mandats abgestrafft werden soll.

22. Under anderm verdächtigen Wesen unnd Geberden ist das zurechnen / was mit zuruck oder hindersich werffen oder gehen / von einer oder andern Würckung wegen / beschicht / unnd ob schon die Anrueffung deß bösen Feinds nicht allezeit mit underlaufft / für ein sträffliche Superstition und Aberglauben zuhalten / so von dem bösen Geist erfunden / welchem verkehrte und lincke unrechte Ordnung lieb und angenemb / auch vil Sortilegia mit Wettermachen und andern solcher Gestalt exerciert werden.

23. Es ist auch ein alte böse Superstition, wann ein Mensch dem andern das Fieber oder ein andere Kranckheit zukauffen gibt / oder abkauffen thut / welche desto höher zustraffen / das nit ohne Hülff deß bösen Geists die Würckung zum öfftern erfolgt.

24. Noch sträfflicher ist / daß sich etliche Leuth zur Zeit der Sterbs=Läuff understehen / etwas nider zulegen / oder niderzuwerffen / damit ein Krancker

Seite 22 des "Erneuerte Land Gebott" von 1665
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