Titel Erneuerte Land Gebott

der laydige Teuffel sich nit selten in ein Engel deß Liechts verstellen thut / unnd in nichten sich mehrers bemühet und bearbeit / als daß er die Menschen under dem Schein deß Gueten und der Gottseeligkeit betriege / und in das ewige Verderben stürtze / oder den Gebrauch deß Gebetts und anderer Gottseeligen Werck / mit Aberglauben und eytler Hoffnung / so die Menschen dergestalt mehr auff gewisse Seegen / Gebett / Reymen und Wort / dann auff GOtt halten und stellen / pervertiern und verkehren möge.

Dann obwoln die Anruffung GOttes und der heiligen Dreyfaltigkeit auch anderer Heiligen einem Christenmenschen in allem seinem Anliegen guet / nutzlich und fürständig ist / muß doch kein gewisse Hoffnung auff einen solchen Reymen gesetzt werden / als wann sonst die Anruffung GOttes kein Würckung hätte / sonder GOtt gleichsam bezwungen / ein Wunden oder andere Kranckheit zuhailen / so offt dieselb mit dergleichen Gebett / Seegen oder Reymen angesegnet würdet / so nichts anders / als ein hochsträffliche Versuchung GOttes deß Allmächtigen / dem ersten Gebott zuwider / von dem bösen Geist und seinem verfluchten Anhang erfunden.

4. Es werden nun derley Seegen gleich zu Kranckheiten der Menschen / oder des Vichs / oder zu was andern Intent und Mainung / Effect unnd Würckung gebraucht. So sollen dieselbe allesambt und sonders / nit allein in den jenigen / welche sich dergleichen Ansegnens gebrauchen / sonder auch denen / welche sich selbst / jhre Ehehalten und Kinder / oder auch das Vich ansegnen lassen / ernstlich unnd nach Außweisung

Seite 15 des "Erneuerte Land Gebott" von 1665
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