Titel Erneuerte Land Gebott
Folgen nun die jenige Superstitiones,
Aberglaubische Künst und Seegen /
welche sine pacto expresso, und ohne außtruckliche
Anruffung der bösen Geister
geschehen.

1. Erstlich seynd alle Seegen / welche wider der Catholischen Kirchen Gebrauch oder Guthaissen auff gewisse Wort / Reymen und Cermonien gerichtet / auch ohne dieselben jhre Würckung nicht zuhaben geglaubt werden / für Superstitios unnd Aberglaubisch zuachten und zuhalten.

2. Insonderheit aber seynd die Seegen / welche Reymenweiß beschehen / und die Würckung darauff erfolgt / einer haimblichen Hülff vom bösen Geist ( welcher durch dergleichen Vanitates unnd Carmina, Eytelkeit und Reymen die Menschen von der rechten wahren Anruffung GOttes deß Allmächtigen abwendet und abführet ) zuzuaignein und zuzuschreiben.

3. Es seynd auch dergleichen Seegen nichts destoweniger Superstitios unnd Aberglaubisch / wann schon von GOtt und der heiligen Dreyfaltigkeit / der hochwürdigsten Jungfrauen Maria unnd andern lieben Heiligen darinnen Meldung beschicht / oder etliche Vatter unser / (et)c. vor unnd nach knyend gebettet werden müssen / Kirchfahrten / Fasten / unnd andere gute Werck darbey aufferladen werden: Seytemalen

Seite 14 des "Erneuerte Land Gebott" von 1665
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