Titel Erneuerte Land Gebott

GOtt haben soll / auff die eytle unnd lähre Observationes, Superstitiones, unnd Aberglauben auch vim Carminis, das ist / zauberische oder doch aberglaubige erfundne Reymen oder andere ungereimbte Verß und Sprüch gewendt wurde.

Wann nun zur Versöhnung Gottes deß Allmächtigen / unnd Abwendung von demselben antrohender Straffen deß Unglaubens und solcher haimblicher Abgötterey / kein bessers Mittel / als daß durch die Christliche Obrigkeit selbst die Ehr GOttes gerettet / die Superstitiones, Aberglauben / gereimbte unnd ungereimbte Segen unnd Sortilegia ernstlich verbotten / und solche unchristliche Mißhandlung mit scharpffen Poenen und Straffen angesehen werde / inmassen Ars divinandi ( so zu unsern Zeiten die Wahrsagerey / gleichwol mit einem unverdienten Namen / genennt würdet ) so gar bey den Hayden / geschweigens bey den hernach gefolgten Christlichen Kaysern / sonderlich aber zur Zeit deß Kaysers Constantini Magni supplico capitis, das ist / am Leben gestrafft worden / als die in titulo C. de Malef. & Mathemat. gesetzte Leges lauter unnd klar zuerkennen geben / so haben Wir umb sovil mehr Ursach dem Exempel und Fueßstapffen anderer Christlicher Potentaten / unnd angedeuten haylsamben Satzungen nachzufolgen.

Wollen hierauff nit allein die Artem divinandi, oder das vermaintlich Wahrsagen / wie auch das ärgerlich Rathfragen solcher Wahrsager und Künstler / bey denen in gemeinen Kayserlichen Rechten / auffgesetzten Poenen und Straffen / sonder auch alle Superstitiones, Aberglauben / Seegen / und dergleichen verdächtige Sachen / als dieselben hernach under N. 1.

Seite 4 des "Erneuerte Land Gebott" von 1665
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